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Google, Microsoft, Mobi Systems: Die besten Office-Apps für Android

Autor(en): JR Raphael, Manfred Bremmer

Nachdem Microsoft das Thema Mobile endlich ernst nimmt, mussten Anbieter alternativer
Office-Suiten für Android nachziehen. Leider gelingt das nicht immer.

2017 sollte man sich keine Gedanken mehr darüber machen müssen, ob sich die alte Budget-Tabelle
auch auf dem Tablet öffnen lässt oder wie das Dokument im Posteingang wohl auf dem
Smartphone aussieht. In der heutigen Zeit, mit Office-Anwendungen, die nahtlos und
durchgängig über verschiedene Geräte hinweg arbeiten, sollte diese Funktion als gegeben
voraussetzbar sein.

Heutzutage wird erwartet, Office-Dateien auch unterwegs auf Tablet oder Smartphone
bearbeiten zu können.
Foto: Sergey Nivens/Shutterstock.com

Doch von wegen: Auch wenn mobile Devices inzwischen für die Produktivität mindestens
genauso wichtig sind wie Desktop-Rechner sind unsere virtuellen Office-Tools alles
andere als universal. Funktionen, die auf dem einem Produkt oder der einen Plattform
reibungslos laufen, tun dies nicht unbedingt auch auf einer anderen. Gerade für Business-Nutzer
kann das ein ernstes Problem sein.

Bei einem Praxistest, welche Office-Apps sich für die Nutzung auf Android-Geräten
eignen, setzten sich drei Kandidaten von den übrigen Angeboten ab: Googles Productivity
Suite (Google Docs, Google Tabellen, Google Präsentationen), die Microsoft-Sammlung
an Office-Apps (Word, Excel, PowerPoint) und die OfficeSuite von Mobi Systems.

Die Preise

Bevor es um die Features der einzelnen Office-Suites geht, kurz ein Blick auf die
Bepreisung der drei Angebote. Zunächst die einfachste Preisgestaltung: Google Docs, Tabellen und Präsentationen sind ohne Einschränkungen für Einzelpersonen kostenlos nutzbar. Im Unternehmensumfeld
wird die “G-Suite” in einer Basic-Version für vier Euro pro Nutzer und Monat angeboten.
Die Business-Version mit weiteren Features wie unbegrenztem Cloud-Speicherplatz und
Archivierung kommt monatlich auf acht Euro pro User.

Microsofts Office-Apps sind ebenfalls für Privatanwender kostenlos – wenn auch mit Einschränkungen. Bei
Word erlaubt es die kostenlose Android-App beispielsweise nicht, Änderungen zu verfolgen
und zu überprüfen, die Seitenausrichtung zu ändern, manuelle Seitenumbrüche einzufügen
oder benutzerdefinierte Kopf- und Fußzeilen für verschiedene Seiten zu erstellen.
Um diese Features (und viele weitere für Word, Excel und PowerPoint) zu erhalten,
benötigt man ein Office-365-Abo. Dieses kostet für einzelne Anwender zwischen sieben
und zehn Euro (Privatanwender) und 8,80 bis 10,50 Euro (Business) im Monat, Pläne
für Unternehmen beginnen bei 12,90 Euro pro Benutzer/Monat.

Zu einfach? Die Bepreisung der OfficeSuite-App von MobiSystems ist noch komplexer: Zwar kann man die Haupt-App kostenlos nutzen, allerdings nur
mit deutlich eingeschränkter Funktionalität und mit Einblendung von aufdringlichen
und lästigen Anzeigen in der gesamten Benutzeroberfläche. Um die App halbwegs erträglich
zu machen, hilft nur ein In-App-Kauf – für 2,39 Euro monatlich oder 16,01 Euro pro
Jahr erhält man eine werbefreie “Premium”-Lizenz. Auf der Website wird die Premium-Version
für 19,99 Euro angeboten. Darüber hinaus bietet MobiSystems auch Business-Grade-Lizenzen
über seine Website an.

Als Alternative können Sie auch die separate OfficeSuite-Professional-App für 14,99
Euro herunterladen. Sie umfasst die meisten, aber nicht alle wichtigen Features aus
der regulären “Premium”-App. So werden nicht alle Microsoft-Fonts unterstützt und
auch eine integrierte Rechtschreibprüfung fehlt. Um diese Funktionen nachzurüsten,
müssen Sie zwei separate Add-ons nachladen.

Damit nicht genug hat MobiSystems Ende 2016 die OfficeSuite Now für Android, Windows
PC, iPhone und iPad vorgestellt – mit Plänen für Privatnutzer (OfficeSuite Personal), (Arbeits)gruppen (OfficeSuite Group) und Unternehmen jeder Größe (OfficeSuite Business).

Google Docs/Tabellen/Präsentationen

Googles mobile Office-Suite ist einfach aufgebaut – mit einem ausgeprägten Fokus auf
Cloud-zentrierte Arbeit rund um das Google-Ökosystem.

Textverarbeitung

Die schnörkellose Oberfläche von Google Docs macht das Betrachten und Bearbeiten von
Dokumenten so einfach wie möglich. Das ist gut, solange Ihre Ansprüche relativ niedrig
sind. So haben Sie sicher keine Probleme, Absatz- und Textformatierungsoptionen, Funktionen
für Rechtschreibprüfung und Wortzählung oder Befehle zum Einfügen einfacher Tabellen
in eine Seite zu finden. Erwarten Sie aber keine Optionen zum Stylen der Tabelle,
zum Teilen oder Verbinden von Zellen oder gar zum Schattieren von Zeilen.

Textverarbeitung mit Google Docs auf Android-Smartphone und -Tablet

Andererseits weist der Texteditor aber auch ungewöhnliche Extras auf, etwa eine Explore-Funktion,
die automatisch nach passenden Bildern und wissenschaftlichen Beiträgen zu Themen
in einem Dokument sucht. Selbst auf dem Smartphone und unabhängig von der Android-Version
können Sie diese Informationen in einem Fenster einsehen und Auszüge davon direkt
in Ihr Dokument ziehen.

Was fehlt, sind indes fortgeschrittenere Funktionen der Textbearbeitung, wie sie manche
Business-Nutzer erwarten, etwa benutzerdefinierte Aufzählungsformate, Kopf- und Fußzeilen,
Spalten und Fußnoten.

Docs verwendet standardmäßig ein eigenes proprietäres Dokumentformat, Sie können aber
auch normale Word-Dokumente in der App ansehen und bearbeiten, was größtenteils einwandfrei
funktioniert. In der Regel wird die Formatierung dabei beibehalten – selbst wenn Sie
den Text in der App bearbeiten und dann das Dokument wieder im Standard-DOCX-Format
abspeichern. Sogar Dokumente im Änderungsmodus (Änderungen nachverfolgen) funktionieren
einwandfrei mit Docs: Man kann Änderungen bearbeiten, akzeptieren oder ablehnen und
eigene Änderungen mit den üblichen Überarbeitungsmarkierungen vornehmen. In früheren
Docs-Versionen für Android war dies noch nicht möglich.

Ein Bereich, in dem die Google Apps hervorragend abschneiden, ist die gemeinsame Nutzung
und Collaboration: In Docs können Sie jedes Dokumente in ein Standard-DOCX- oder PDF-Format
exportieren und direkt an E-Mails oder andere Apps weitergeben. Daneben ist es möglich,
jemanden mit einem einfachen Web-Link, die in jedem Browser funktioniert, zum Lesen
des Dokuments einzuladen – ohne das dazu eine bestimmte lokale Software erforderlich
ist. Wollen Sie zudem, dass Ihr Kollege das Dokument auch bearbeiten kann, müssen
Sie nur ein weiteres Feld in Ihrer Freigabeeinladung abhaken.

Hat die Person ein Google-Konto, kann sie die Datei mit Ihnen zusammen in Echtzeit
bearbeiten – alle Änderungen werden beim Tippen Buchstabe für Buchstabe auf Ihrem
Bildschirm angezeigt. Da Google Docs die Änderungen immer sofort und automatisch synchronisiert,
können Sie außerdem von mehreren Geräten gleichzeitig auf ein Dokument zugreifen.

Tabellenbearbeitung

Google Tabellen ist wie Google Docs gut für Basisfunktionen, stößt aber bei erweiterten
Elementen an seine Grenzen.

Google Tabellen auf Smartphone und Tablet

Zur Ehrenrettung muss man sagen, dass sich die App in der Vergangenheit deutlich weiterentwickelt
hat. Sie beherrscht nun Aufgaben wie eine einfache Diagrammerstellung und das Einfrieren
von Zellen – zusammen mit Basisfunktionen wie das Verbinden von Zellen, die Validierung
von Daten und weitere mathematische Funktionen. Außerdem platziert Google Tabellen
jetzt automatisch eine Liste mit allgemeinen Berechnungen an den unteren Rand des
Bildschirms, wenn Sie eine Gruppe von Zellen mit Zahleninhalt auswählen. Sie erhalten
auf diese Weise eine praktische Schnellansicht von der Summe der Zahlen, dem Durchschnittswert
etc.

Für manche Benutzer wird das schon ausreichen – vor allem, wenn man an den Komfort
des Cloud-zentrierten Ansatzes von Google Tabellen denkt und wie einfach es damit
ist, zwischen mehreren Plattformen und Geräten zu wechseln. Ähnlich wie Docs eignet
sich Google Tabellen auch ausgezeichnet für die Zusammenarbeit in Echtzeit.

Für Anwender, die ausgereifte Tools für die Tabellenbearbeitung benötigen, etwa fortgeschrittene
Formen der Zellengestaltung, Sortierung, die Möglichkeit, Bilder einzufügen oder verschiedene
Diagramme aus ihren Daten zu erstellen, reicht Google Tabellen nicht aus. In manchen
Fällen ist die App auch nicht in der Lage, bestimmte XLS-Dateien zu öffnen – angeblich,
weil sie das Format nicht unterstützt.

Präsentationen bearbeiten

Google Präsentation ist überraschend gut geworden, wenn es darum geht, unterwegs einfache
Präsentationen anzufertigen. Die ehemals sehr schlichte App verfügt nun über ein breites
Spektrum an gut aussehenden Plug-and-Play-Themen und Vorlagen für die professionelle
Präsentationserstellung. Sie unterstützt Notizen für Sprecher sowie die Möglichkeit,
Bilder, Formen und Text einzufügen und zu formatieren. Was fehlt, sind einige erweiterte
Präsentationselemente wie zum Beispiel Übergänge und die Bearbeitungsmöglichkeiten
sind in der Regel begrenzter als das, was andere Anwendungen bieten. Aber um bei Googles
Stärken zu bleiben ist auch diese App hervorragend für Collaboration und besitzt sehr
gute Tools für moderne Darstellungsformate.

Google Präsentation auf Smartphone und Tablet

Wenn Sie eine Präsentation starten, können Sie diese beispielsweise lokal abspielen
oder drahtlos auf jedes Chromecast- oder Google-Cast-kompatibles Gerät übertragen.
Sie können auch die Präsentation direkt in einem neuen Videoanruf oder einem Meeting
in Hangouts starten.

Google Präsentationen besitzt auch eine tolle Funktion für mehr Interaktion mit dem
Publikum: Mit dem optionalen Q&A-Feature wird an den Anfang der Präsentation ein öffentlich
zugänglicher Web-Link gesetzt. Über diesen Link können Zuschauer dann selbst Fragen
stellen oder über Fragen abstimmen, diese erscheinen dann auf Ihrem Gerät.

Microsoft Word/Excel/Powerpoint

Gäbe es einen Titel für die am meisten verbesserte Office-Suite für Android hätte
ihn Microsoft mit seiner Suite absolut verdient. Nachdem die Company eindeutig zu
spät zur Android-Party kam und ihre Productivity-Suite lange Zeit bestenfalls peinlich
war, hat Microsoft inzwischen deutlich nachgelegt.

Textverarbeitung

Man kann es nicht anders beschreiben: Es ist ein absolutes Vergnügen, Microsoft’s
aktuelle Android App zu verwenden. Langjährige Office-Nutzer werden von ihr begeistert
sein, weil sie so vertraut ist, Office-Neulinge überzeugt die einfache, aber funktionsfähige
Benutzeroberfläche.

Microsoft Word auf Android-Smartphone und Tablet

Nachdem die Benutzeroberfläche lange Zeit so schlimm war, lohnt es sich zu betonen,
wie gut sie nun geworden ist. Auf dem Smartphone stellt Microsoft Word jetzt eine
kleine Symbolleiste am unteren Rand des Bildschirms bereit, um dem Anwender einen
einfachen Zugriff auf häufig verwendete Funktionen wie elementare Textformatierung,
Listenerstellung und Einrückung. Tippen Sie auf den Pfeil auf dieser Leiste, öffnet
sich ein größeres Feld mit den vollständigen Word-Optionen, ordentlich in sinnvolle
Abschnitte (Zuhause, Einfügen, Zeichnen usw.) angeordnet sind, erweitert.

Auf einem Tablet befindet sich die Toolbar am oberen Rand des Bildschirms und die
verschiedenen Abschnitte erscheinen als permanente Tabs – sinnvoll angesichts des
zusätzlichen Platzes auf dem Bildschirm. Wer hätte gedacht, dass Microsoft einmal
bei sinnvollem adaptivem Design die Nase vorn hat.

Was die Features angeht, hat Word praktisch alles, was Sie in einem mobilen Textverarbeitungsprogramm
wünschen – ein robustes Set von Werkzeugen zum Formatieren und Gestalten von Texten,
Tabellen und Bildern zusammen mit all den anderen Elementen, die Sie von Word auf
jeder Plattform erwarten könnten. Einige Funktionen gibt es aber nur für zahlende
Abonnenten.

Das einzige Manko ist die eingeschränkte Möglichkeit, Texte gemeinsam zu bearbeiten.
Im Test war es nicht durchgängig möglich, ein Dokument in Echtzeit parallel auf zwei
Geräten mit verschiedenen Konten zu bearbeiten. Mehr als einmal wurden Änderungen
der Desktop-Seite auf dem Android-System nicht angezeigt (oder erst mit einer deutlichen
Verzögerung), wodurch eine echte Collaboration nicht möglich war.

Auf der anderen Seite verarbeitet Word lokale Dateien genauso einfach, wie solche,
die in Microsofts OneDrive-Cloud oder sogar Diensten von Drittanbietern (etwa Dropbox
oder Google Drive) gespeichert sind. Der Wechsel zwischen der Android-Word-App und
der Word-App auf einer anderen Plattform ist absolut nahtlos, über korrupte Daten
müssen Sie sich in der Produktfamilie überhaupt keine Sorgen machen.

Tabellenbearbeitung

Über Excel muss man nicht viele Worte verlieren – ähnlich wie bei Word hat die App
alles, was man sich von einem vollausgestatteten Office-Dienstprogramm erwarten würde.
Sie ist vergleichbar mit der Desktop-Version von Excel, mit der gleichen narrensicheren
Kompatibilität und einer unerreichten Palette von Optionen und Befehlen.

Tabellenbearbeitung mit Microsoft Excel auf Smartphone und Tablet.

Der einzige Kritikpunkt bei der Android-App ist, dass die Werkzeugleiste auf Smartphones
die meiste Zeit verborgen und außerhalb der Reichweite bleibt: Anstatt auf dem unteren
Rand des Bildschirms zugänglich zu sein wie in Word wird die Symbolleiste in Excel
nur angezeigt, wenn Sie auf ein spezielles Symbol im oberen Bildschirmmenü tippen.
Auf dem Tablet sieht die App aber gut aus, mit der gleichen oberen Menüleiste mit
Tabs wie bei der Desktop-Version.

Präsentationen bearbeiten

Microsoft mag zwar nicht bei den Collaboration- und Streaming-Features von Google
mithalten können. Wenn es aber um in der Lage sein, mit der Zusammenarbeit von Google
und Casting Chops mithalten, aber wenn es um das Kernthema Präsentations-Management
geht, spielt die Android-App von PowerPoint in einer eigenen Liga: PowerPoint hat
jedes Werkzeug, das Sie sich wünschen, um Ihre Präsentationen strahlen zu lassen,
egal, ob Sie diese auf Ihrem mobilen Gerät von Grund auf neu machen, oder unterwegs
nur ein paar Anpassungen vornehmen.

Vertraute Oberfläche: Powerpoint für Android-Smartphones und -Tablets

Von Vorlagen zu Übergängen und eine Fülle von Bearbeitungsoptionen – PowerPoint-Benutzer
werden sich bei Microsofts jüngsten Android-App gleich wie zuhause fühlen. Und wie
Word besitzt auch PowerPoint für Android eine Oberfläche, die sowohl auf dem Smartphone
wie auch auf dem Tablet Sinn macht, mit einer immer vorhandenen und erweiterbaren
unteren Toolbar bei Smartphones und einer ständig sichtbaren oberen Menüleiste mit
Tabs auf Tablets.

MobiSystems Bürosoftware

MobiSystems ist zwar kein allzu bekannter Name im Office-App-Universum, die Suite
war aber lange Zeit die erste Wahl auf Android-Geräten und belegte bereits seit 2012
den Spitzenplatz aller bisherigen InfoWorld-Analysen.

Es macht jedoch einen Unterschied, ob man die am besten ausgestattete Office-Suite
in einem Ökosystem bietet, wo Microsoft Office nicht existiert (oder nur halb fertig
war wie in 2015), oder versucht, diese Position mit Microsoft Office als Konkurrenten
beizubehalten. Leider ist dieser Fall jetzt für MobiSystems eingetreten.

Textverarbeitung

Das Ergebnis: Während OfficeSuite immer noch ein absolut anständiges Textverarbeitungssystem
für sich ist, fühlt es sich neben Microsofts mittlerweile hervorragendem Produkt eher
zweitklassig an – wie eine Version der echten Lösung mit kleinen aber folgenschweren
Abstrichen.

Von Microsoft deklassiert: Die Textverarbeitung in OfficeSuite von MobiSystems

Während zum Beispiel Standard-Word-Dokumente in der OfficeSuite meistens okay aussehen,
gibt es subtile Inkonsistenzen – kleine Details, wie der gelegentliche fehlende horizontale
Teiler oder ein etwas falsch platzierter Seitenumbruch. Im Test gab es auch ein paar
reguläre Word-Dokumente, die sich partout in der App (und nur da) nicht öffnen ließen,
was gelinde gesagt störend ist.

Darüber hinaus wird MobiSystems zunehmend aggressiver bei seinem In-App-Marketing.
Wenn Sie irgendeine andere Version als die komplette “Premium”-Version von OfficeSuite
verwenden, werden Sie bei jeder Bewegung mit aufdringlichen Upsell-Versuchen bombardiert.

Selbst bei einem bezahlten Abonnement öffnet die App viel zu häufig nerv tötende Meldungen
und Upgrade-Aufforderungen. Haben Sie etwa ein Dokument bearbeitet, fordert Sie OfficeSuite
häufig auf, die App mit Freunden zu teilen oder im PlayStore zu bewerten. Öffnen Sie
eine lokale Datei, kommt automatisch die Aufforderung, die separate Dateimanager-App
des Unternehmens herunterzuladen (was für diese Funktion gar nicht nötig ist). Die
App schickt auch innerhalb und außerhalb der App Benachrichtigungen und drängt Sie,
Dinge wie den neuen E-Mail-Client des Unternehmens zu installieren.

Hinzu kommt, dass Sie selbst bei einem kostenpflichtigen Abonnement die MobiSystems-Add-ons
für grundlegende Funktionen wie Microsoft Font-Kompatibilität und In-App-Rechtschreibprüfung
manuell herunterladen und installieren müssen. Alles in allem spricht das nicht für
eine großartige User Experience oder eine App, die für professionelle geschäftliche
Zwecke geeignet sein soll.

Tabelllenbearbeitung

OfficeSuites Spreadsheet Editor ist voll mit nützlichen Funktionen und in der Regel
recht einfach zu bedienen – gäbe es Excel selbst nicht als Alternative, wäre es die
Empfehlung für ein voll ausgestattetes Kalkulationsprogramm für Android. Die App dockt
direkt an eine breite Palette von Cloud-Speicherdiensten (einschließlich Google Drive,
Microsoft OneDrive, Dropbox und Amazon Cloud Drive) an, was ein schönes Plus ist.

Auch bei der Tabellenbearbeitung kann die OfficeSuite in punkto User-Experience nicht
mit Microsoft mithalten.

Auch hier kann die User-Experience nicht mit der von Microsoft mithalten. Mit den
aufdringlichen Marketing-Aufforderungen in der App, den gelegentlichen Inkonsistenzen
bei der Datei-Formatierung und -Kompatibilität sowie den umständlichen Schritten,
um Grundfunktionen wie Schriftartenunterstützung bereitzustellen, wirkt das Angebot
von OfficeSuite wie ein unnötiger Rückschritt für Business-Nutzer.

Präsentationen bearbeiten

Sie wissen, was kommt? Der Presentation Editor von OfficeSuite funktioniert perfekt,
ist aber Microsofts PowerPoint-App aus den gleichen Gründen wie oben erwähnt unterlegen.

Der Presentation Editor von OfficeSuite für Android-Smartphone und -Tablet.

Fazit: Das Feld lichtet sich

Zusammengefasst eignet sich die mobile Office-Suite von Google am besten für Business-Nutzer,
die relativ geringe Ansprüche haben, für die aber Zusammenarbeit, gemeinsame Nutzung
und Interaktion wichtig sind. (Im weiteren Sinne macht die Lösung auch Sinn für alle,
die bereits in das Google-Ökosystem investiert haben.) Während Google Docs, Tabellen
und Präsentationen nicht über die robusten Funktionen oder die narrensichere Dateitreue
wie Microsofts Office-Anwendungen verfügen, sind sie für viele Anwender leistungsfähig
genug – und ihre Vorteile in den vorgenannten Bereichen sind nicht von der Hand zu
weisen.

Bewertung

Funktionalität (50%)

Usability (25%)

Interoperabilität (25%)

Gesamtwertung (100%)

Google Docs, Tabellen, Präsentationen

7

8

6

7,0

Microsoft Word, Excel, PowerPoint

9

9

10

9,3

MobiSystems OfficeSuite

8

4

7

6,8

Die Produkte von Microsoft ergeben jedoch in Gänze eindeutig die beste Office-Suite
für die meisten Business-Nutzer – vor allem für diejenigen, die alle Funktionen der
Desktop-Version auch mobil benötigen und auf eine garantiert einwandfreie Dateitreue
angewiesen sind. Microsofts Suite hat sich zu einem echten Kraftpaket entwickelt –
eine eierlegende Wollmilchsau, die reichlich Funktionalität bietet, ohne überkompliziert
zu sein. Die Tatsache, dass die Android-Anwendungen Nutzern der Desktop-Version sofort
vertraut sein werden ist ein weiterer Vorteil für Unternehmen, die bereits Office
auf anderen Plattformen einsetzen.

Das schafft ein echtes Problem für MobiSystems. Lange Zeit war ihre App die beste
Wahl für Android-Nutzer, die eine voll ausgestattete mobile Office-Lösung benötigten.
Aber nachdem Microsoft jetzt auch im Android-Bereich Ernst macht, ist es schwer einen
Grund zu entdecken, warum man statt den originären Office-Produkten die OfficeSuite
wählen sollte.

Sicher, die OfficeSuite ist ein wenig preiswerter – aber wenn Sie ein großes oder
sogar mittelständisches Unternehmen sind, haben Sie wahrscheinlich bereits ein Office365-Abonnement.
Und für kleine Unternehmen oder einzelne Nutzer reicht möglicherweise bereits die
kostenlose Version für unterwegs aus, genauso wie Googles einfacheres und stärker
Cloud-basiertes Äquivalent.

Unter dem Strich ist aus dem Vergleich der Office-Suites für Android ein Duell zwischen
Microsoft und Google geworden und es ist nicht schwer zu sagen, welcher Ansatz mehr
Sinn für Sie macht.

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag der US-Schwesterpublikation Infoworld.

 Autor(en): JR Raphael, Manfred BremmerNachdem Microsoft das Thema Mobile endlich ernst nimmt, mussten Anbieter alternativer
Office-Suiten für Android nachziehen. Leider gelingt das nicht immer.2017 sollte man sich keine Gedanken mehr darüber machen müssen, ob sich die alte Budget-Tabelle
auch auf dem Tablet öffnen lässt oder wie das Dokument im Posteingang wohl auf dem
Smartphone aussieht. In der heutigen Zeit, mit Office-Anwendungen, die nahtlos und
durchgängig über verschiedene Geräte hinweg arbeiten, sollte diese Funktion als gegeben
voraussetzbar sein.

Heutzutage wird erwartet, Office-Dateien auch unterwegs auf Tablet oder Smartphone
bearbeiten zu können.
Foto: Sergey Nivens/Shutterstock.com

Doch von wegen: Auch wenn mobile Devices inzwischen für die Produktivität mindestens
genauso wichtig sind wie Desktop-Rechner sind unsere virtuellen Office-Tools alles
andere als universal. Funktionen, die auf dem einem Produkt oder der einen Plattform
reibungslos laufen, tun dies nicht unbedingt auch auf einer anderen. Gerade für Business-Nutzer
kann das ein ernstes Problem sein.
Bei einem Praxistest, welche Office-Apps sich für die Nutzung auf Android-Geräten
eignen, setzten sich drei Kandidaten von den übrigen Angeboten ab: Googles Productivity
Suite (Google Docs, Google Tabellen, Google Präsentationen), die Microsoft-Sammlung
an Office-Apps (Word, Excel, PowerPoint) und die OfficeSuite von Mobi Systems.
Die Preise
Bevor es um die Features der einzelnen Office-Suites geht, kurz ein Blick auf die
Bepreisung der drei Angebote. Zunächst die einfachste Preisgestaltung: Google Docs, Tabellen und Präsentationen sind ohne Einschränkungen für Einzelpersonen kostenlos nutzbar. Im Unternehmensumfeld
wird die “G-Suite” in einer Basic-Version für vier Euro pro Nutzer und Monat angeboten.
Die Business-Version mit weiteren Features wie unbegrenztem Cloud-Speicherplatz und
Archivierung kommt monatlich auf acht Euro pro User.
Microsofts Office-Apps sind ebenfalls für Privatanwender kostenlos – wenn auch mit Einschränkungen. Bei
Word erlaubt es die kostenlose Android-App beispielsweise nicht, Änderungen zu verfolgen
und zu überprüfen, die Seitenausrichtung zu ändern, manuelle Seitenumbrüche einzufügen
oder benutzerdefinierte Kopf- und Fußzeilen für verschiedene Seiten zu erstellen.
Um diese Features (und viele weitere für Word, Excel und PowerPoint) zu erhalten,
benötigt man ein Office-365-Abo. Dieses kostet für einzelne Anwender zwischen sieben
und zehn Euro (Privatanwender) und 8,80 bis 10,50 Euro (Business) im Monat, Pläne
für Unternehmen beginnen bei 12,90 Euro pro Benutzer/Monat.
Zu einfach? Die Bepreisung der OfficeSuite-App von MobiSystems ist noch komplexer: Zwar kann man die Haupt-App kostenlos nutzen, allerdings nur
mit deutlich eingeschränkter Funktionalität und mit Einblendung von aufdringlichen
und lästigen Anzeigen in der gesamten Benutzeroberfläche. Um die App halbwegs erträglich
zu machen, hilft nur ein In-App-Kauf – für 2,39 Euro monatlich oder 16,01 Euro pro
Jahr erhält man eine werbefreie “Premium”-Lizenz. Auf der Website wird die Premium-Version
für 19,99 Euro angeboten. Darüber hinaus bietet MobiSystems auch Business-Grade-Lizenzen
über seine Website an.
Als Alternative können Sie auch die separate OfficeSuite-Professional-App für 14,99
Euro herunterladen. Sie umfasst die meisten, aber nicht alle wichtigen Features aus
der regulären “Premium”-App. So werden nicht alle Microsoft-Fonts unterstützt und
auch eine integrierte Rechtschreibprüfung fehlt. Um diese Funktionen nachzurüsten,
müssen Sie zwei separate Add-ons nachladen.
Damit nicht genug hat MobiSystems Ende 2016 die OfficeSuite Now für Android, Windows
PC, iPhone und iPad vorgestellt – mit Plänen für Privatnutzer (OfficeSuite Personal), (Arbeits)gruppen (OfficeSuite Group) und Unternehmen jeder Größe (OfficeSuite Business).
Google Docs/Tabellen/Präsentationen
Googles mobile Office-Suite ist einfach aufgebaut – mit einem ausgeprägten Fokus auf
Cloud-zentrierte Arbeit rund um das Google-Ökosystem.
Textverarbeitung
Die schnörkellose Oberfläche von Google Docs macht das Betrachten und Bearbeiten von
Dokumenten so einfach wie möglich. Das ist gut, solange Ihre Ansprüche relativ niedrig
sind. So haben Sie sicher keine Probleme, Absatz- und Textformatierungsoptionen, Funktionen
für Rechtschreibprüfung und Wortzählung oder Befehle zum Einfügen einfacher Tabellen
in eine Seite zu finden. Erwarten Sie aber keine Optionen zum Stylen der Tabelle,
zum Teilen oder Verbinden von Zellen oder gar zum Schattieren von Zeilen.

Textverarbeitung mit Google Docs auf Android-Smartphone und -Tablet

Andererseits weist der Texteditor aber auch ungewöhnliche Extras auf, etwa eine Explore-Funktion,
die automatisch nach passenden Bildern und wissenschaftlichen Beiträgen zu Themen
in einem Dokument sucht. Selbst auf dem Smartphone und unabhängig von der Android-Version
können Sie diese Informationen in einem Fenster einsehen und Auszüge davon direkt
in Ihr Dokument ziehen.
Was fehlt, sind indes fortgeschrittenere Funktionen der Textbearbeitung, wie sie manche
Business-Nutzer erwarten, etwa benutzerdefinierte Aufzählungsformate, Kopf- und Fußzeilen,
Spalten und Fußnoten.
Docs verwendet standardmäßig ein eigenes proprietäres Dokumentformat, Sie können aber
auch normale Word-Dokumente in der App ansehen und bearbeiten, was größtenteils einwandfrei
funktioniert. In der Regel wird die Formatierung dabei beibehalten – selbst wenn Sie
den Text in der App bearbeiten und dann das Dokument wieder im Standard-DOCX-Format
abspeichern. Sogar Dokumente im Änderungsmodus (Änderungen nachverfolgen) funktionieren
einwandfrei mit Docs: Man kann Änderungen bearbeiten, akzeptieren oder ablehnen und
eigene Änderungen mit den üblichen Überarbeitungsmarkierungen vornehmen. In früheren
Docs-Versionen für Android war dies noch nicht möglich.
Ein Bereich, in dem die Google Apps hervorragend abschneiden, ist die gemeinsame Nutzung
und Collaboration: In Docs können Sie jedes Dokumente in ein Standard-DOCX- oder PDF-Format
exportieren und direkt an E-Mails oder andere Apps weitergeben. Daneben ist es möglich,
jemanden mit einem einfachen Web-Link, die in jedem Browser funktioniert, zum Lesen
des Dokuments einzuladen – ohne das dazu eine bestimmte lokale Software erforderlich
ist. Wollen Sie zudem, dass Ihr Kollege das Dokument auch bearbeiten kann, müssen
Sie nur ein weiteres Feld in Ihrer Freigabeeinladung abhaken.
Hat die Person ein Google-Konto, kann sie die Datei mit Ihnen zusammen in Echtzeit
bearbeiten – alle Änderungen werden beim Tippen Buchstabe für Buchstabe auf Ihrem
Bildschirm angezeigt. Da Google Docs die Änderungen immer sofort und automatisch synchronisiert,
können Sie außerdem von mehreren Geräten gleichzeitig auf ein Dokument zugreifen.
Tabellenbearbeitung
Google Tabellen ist wie Google Docs gut für Basisfunktionen, stößt aber bei erweiterten
Elementen an seine Grenzen.

Google Tabellen auf Smartphone und Tablet

Zur Ehrenrettung muss man sagen, dass sich die App in der Vergangenheit deutlich weiterentwickelt
hat. Sie beherrscht nun Aufgaben wie eine einfache Diagrammerstellung und das Einfrieren
von Zellen – zusammen mit Basisfunktionen wie das Verbinden von Zellen, die Validierung
von Daten und weitere mathematische Funktionen. Außerdem platziert Google Tabellen
jetzt automatisch eine Liste mit allgemeinen Berechnungen an den unteren Rand des
Bildschirms, wenn Sie eine Gruppe von Zellen mit Zahleninhalt auswählen. Sie erhalten
auf diese Weise eine praktische Schnellansicht von der Summe der Zahlen, dem Durchschnittswert
etc.
Für manche Benutzer wird das schon ausreichen – vor allem, wenn man an den Komfort
des Cloud-zentrierten Ansatzes von Google Tabellen denkt und wie einfach es damit
ist, zwischen mehreren Plattformen und Geräten zu wechseln. Ähnlich wie Docs eignet
sich Google Tabellen auch ausgezeichnet für die Zusammenarbeit in Echtzeit.
Für Anwender, die ausgereifte Tools für die Tabellenbearbeitung benötigen, etwa fortgeschrittene
Formen der Zellengestaltung, Sortierung, die Möglichkeit, Bilder einzufügen oder verschiedene
Diagramme aus ihren Daten zu erstellen, reicht Google Tabellen nicht aus. In manchen
Fällen ist die App auch nicht in der Lage, bestimmte XLS-Dateien zu öffnen – angeblich,
weil sie das Format nicht unterstützt.
Präsentationen bearbeiten
Google Präsentation ist überraschend gut geworden, wenn es darum geht, unterwegs einfache
Präsentationen anzufertigen. Die ehemals sehr schlichte App verfügt nun über ein breites
Spektrum an gut aussehenden Plug-and-Play-Themen und Vorlagen für die professionelle
Präsentationserstellung. Sie unterstützt Notizen für Sprecher sowie die Möglichkeit,
Bilder, Formen und Text einzufügen und zu formatieren. Was fehlt, sind einige erweiterte
Präsentationselemente wie zum Beispiel Übergänge und die Bearbeitungsmöglichkeiten
sind in der Regel begrenzter als das, was andere Anwendungen bieten. Aber um bei Googles
Stärken zu bleiben ist auch diese App hervorragend für Collaboration und besitzt sehr
gute Tools für moderne Darstellungsformate.

Google Präsentation auf Smartphone und Tablet

Wenn Sie eine Präsentation starten, können Sie diese beispielsweise lokal abspielen
oder drahtlos auf jedes Chromecast- oder Google-Cast-kompatibles Gerät übertragen.
Sie können auch die Präsentation direkt in einem neuen Videoanruf oder einem Meeting
in Hangouts starten.
Google Präsentationen besitzt auch eine tolle Funktion für mehr Interaktion mit dem
Publikum: Mit dem optionalen Q&A-Feature wird an den Anfang der Präsentation ein öffentlich
zugänglicher Web-Link gesetzt. Über diesen Link können Zuschauer dann selbst Fragen
stellen oder über Fragen abstimmen, diese erscheinen dann auf Ihrem Gerät.
Microsoft Word/Excel/Powerpoint
Gäbe es einen Titel für die am meisten verbesserte Office-Suite für Android hätte
ihn Microsoft mit seiner Suite absolut verdient. Nachdem die Company eindeutig zu
spät zur Android-Party kam und ihre Productivity-Suite lange Zeit bestenfalls peinlich
war, hat Microsoft inzwischen deutlich nachgelegt.
Textverarbeitung
Man kann es nicht anders beschreiben: Es ist ein absolutes Vergnügen, Microsoft’s
aktuelle Android App zu verwenden. Langjährige Office-Nutzer werden von ihr begeistert
sein, weil sie so vertraut ist, Office-Neulinge überzeugt die einfache, aber funktionsfähige
Benutzeroberfläche.

Microsoft Word auf Android-Smartphone und Tablet

Nachdem die Benutzeroberfläche lange Zeit so schlimm war, lohnt es sich zu betonen,
wie gut sie nun geworden ist. Auf dem Smartphone stellt Microsoft Word jetzt eine
kleine Symbolleiste am unteren Rand des Bildschirms bereit, um dem Anwender einen
einfachen Zugriff auf häufig verwendete Funktionen wie elementare Textformatierung,
Listenerstellung und Einrückung. Tippen Sie auf den Pfeil auf dieser Leiste, öffnet
sich ein größeres Feld mit den vollständigen Word-Optionen, ordentlich in sinnvolle
Abschnitte (Zuhause, Einfügen, Zeichnen usw.) angeordnet sind, erweitert.
Auf einem Tablet befindet sich die Toolbar am oberen Rand des Bildschirms und die
verschiedenen Abschnitte erscheinen als permanente Tabs – sinnvoll angesichts des
zusätzlichen Platzes auf dem Bildschirm. Wer hätte gedacht, dass Microsoft einmal
bei sinnvollem adaptivem Design die Nase vorn hat.
Was die Features angeht, hat Word praktisch alles, was Sie in einem mobilen Textverarbeitungsprogramm
wünschen – ein robustes Set von Werkzeugen zum Formatieren und Gestalten von Texten,
Tabellen und Bildern zusammen mit all den anderen Elementen, die Sie von Word auf
jeder Plattform erwarten könnten. Einige Funktionen gibt es aber nur für zahlende
Abonnenten.
Das einzige Manko ist die eingeschränkte Möglichkeit, Texte gemeinsam zu bearbeiten.
Im Test war es nicht durchgängig möglich, ein Dokument in Echtzeit parallel auf zwei
Geräten mit verschiedenen Konten zu bearbeiten. Mehr als einmal wurden Änderungen
der Desktop-Seite auf dem Android-System nicht angezeigt (oder erst mit einer deutlichen
Verzögerung), wodurch eine echte Collaboration nicht möglich war.
Auf der anderen Seite verarbeitet Word lokale Dateien genauso einfach, wie solche,
die in Microsofts OneDrive-Cloud oder sogar Diensten von Drittanbietern (etwa Dropbox
oder Google Drive) gespeichert sind. Der Wechsel zwischen der Android-Word-App und
der Word-App auf einer anderen Plattform ist absolut nahtlos, über korrupte Daten
müssen Sie sich in der Produktfamilie überhaupt keine Sorgen machen.
Tabellenbearbeitung
Über Excel muss man nicht viele Worte verlieren – ähnlich wie bei Word hat die App
alles, was man sich von einem vollausgestatteten Office-Dienstprogramm erwarten würde.
Sie ist vergleichbar mit der Desktop-Version von Excel, mit der gleichen narrensicheren
Kompatibilität und einer unerreichten Palette von Optionen und Befehlen.

Tabellenbearbeitung mit Microsoft Excel auf Smartphone und Tablet.

Der einzige Kritikpunkt bei der Android-App ist, dass die Werkzeugleiste auf Smartphones
die meiste Zeit verborgen und außerhalb der Reichweite bleibt: Anstatt auf dem unteren
Rand des Bildschirms zugänglich zu sein wie in Word wird die Symbolleiste in Excel
nur angezeigt, wenn Sie auf ein spezielles Symbol im oberen Bildschirmmenü tippen.
Auf dem Tablet sieht die App aber gut aus, mit der gleichen oberen Menüleiste mit
Tabs wie bei der Desktop-Version.
Präsentationen bearbeiten
Microsoft mag zwar nicht bei den Collaboration- und Streaming-Features von Google
mithalten können. Wenn es aber um in der Lage sein, mit der Zusammenarbeit von Google
und Casting Chops mithalten, aber wenn es um das Kernthema Präsentations-Management
geht, spielt die Android-App von PowerPoint in einer eigenen Liga: PowerPoint hat
jedes Werkzeug, das Sie sich wünschen, um Ihre Präsentationen strahlen zu lassen,
egal, ob Sie diese auf Ihrem mobilen Gerät von Grund auf neu machen, oder unterwegs
nur ein paar Anpassungen vornehmen.

Vertraute Oberfläche: Powerpoint für Android-Smartphones und -Tablets

Von Vorlagen zu Übergängen und eine Fülle von Bearbeitungsoptionen – PowerPoint-Benutzer
werden sich bei Microsofts jüngsten Android-App gleich wie zuhause fühlen. Und wie
Word besitzt auch PowerPoint für Android eine Oberfläche, die sowohl auf dem Smartphone
wie auch auf dem Tablet Sinn macht, mit einer immer vorhandenen und erweiterbaren
unteren Toolbar bei Smartphones und einer ständig sichtbaren oberen Menüleiste mit
Tabs auf Tablets.
MobiSystems Bürosoftware
MobiSystems ist zwar kein allzu bekannter Name im Office-App-Universum, die Suite
war aber lange Zeit die erste Wahl auf Android-Geräten und belegte bereits seit 2012
den Spitzenplatz aller bisherigen InfoWorld-Analysen.
Es macht jedoch einen Unterschied, ob man die am besten ausgestattete Office-Suite
in einem Ökosystem bietet, wo Microsoft Office nicht existiert (oder nur halb fertig
war wie in 2015), oder versucht, diese Position mit Microsoft Office als Konkurrenten
beizubehalten. Leider ist dieser Fall jetzt für MobiSystems eingetreten.
Textverarbeitung
Das Ergebnis: Während OfficeSuite immer noch ein absolut anständiges Textverarbeitungssystem
für sich ist, fühlt es sich neben Microsofts mittlerweile hervorragendem Produkt eher
zweitklassig an – wie eine Version der echten Lösung mit kleinen aber folgenschweren
Abstrichen.

Von Microsoft deklassiert: Die Textverarbeitung in OfficeSuite von MobiSystems

Während zum Beispiel Standard-Word-Dokumente in der OfficeSuite meistens okay aussehen,
gibt es subtile Inkonsistenzen – kleine Details, wie der gelegentliche fehlende horizontale
Teiler oder ein etwas falsch platzierter Seitenumbruch. Im Test gab es auch ein paar
reguläre Word-Dokumente, die sich partout in der App (und nur da) nicht öffnen ließen,
was gelinde gesagt störend ist.
Darüber hinaus wird MobiSystems zunehmend aggressiver bei seinem In-App-Marketing.
Wenn Sie irgendeine andere Version als die komplette “Premium”-Version von OfficeSuite
verwenden, werden Sie bei jeder Bewegung mit aufdringlichen Upsell-Versuchen bombardiert.
Selbst bei einem bezahlten Abonnement öffnet die App viel zu häufig nerv tötende Meldungen
und Upgrade-Aufforderungen. Haben Sie etwa ein Dokument bearbeitet, fordert Sie OfficeSuite
häufig auf, die App mit Freunden zu teilen oder im PlayStore zu bewerten. Öffnen Sie
eine lokale Datei, kommt automatisch die Aufforderung, die separate Dateimanager-App
des Unternehmens herunterzuladen (was für diese Funktion gar nicht nötig ist). Die
App schickt auch innerhalb und außerhalb der App Benachrichtigungen und drängt Sie,
Dinge wie den neuen E-Mail-Client des Unternehmens zu installieren.
Hinzu kommt, dass Sie selbst bei einem kostenpflichtigen Abonnement die MobiSystems-Add-ons
für grundlegende Funktionen wie Microsoft Font-Kompatibilität und In-App-Rechtschreibprüfung
manuell herunterladen und installieren müssen. Alles in allem spricht das nicht für
eine großartige User Experience oder eine App, die für professionelle geschäftliche
Zwecke geeignet sein soll.
Tabelllenbearbeitung
OfficeSuites Spreadsheet Editor ist voll mit nützlichen Funktionen und in der Regel
recht einfach zu bedienen – gäbe es Excel selbst nicht als Alternative, wäre es die
Empfehlung für ein voll ausgestattetes Kalkulationsprogramm für Android. Die App dockt
direkt an eine breite Palette von Cloud-Speicherdiensten (einschließlich Google Drive,
Microsoft OneDrive, Dropbox und Amazon Cloud Drive) an, was ein schönes Plus ist.

Auch bei der Tabellenbearbeitung kann die OfficeSuite in punkto User-Experience nicht
mit Microsoft mithalten.

Auch hier kann die User-Experience nicht mit der von Microsoft mithalten. Mit den
aufdringlichen Marketing-Aufforderungen in der App, den gelegentlichen Inkonsistenzen
bei der Datei-Formatierung und -Kompatibilität sowie den umständlichen Schritten,
um Grundfunktionen wie Schriftartenunterstützung bereitzustellen, wirkt das Angebot
von OfficeSuite wie ein unnötiger Rückschritt für Business-Nutzer.
Präsentationen bearbeiten
Sie wissen, was kommt? Der Presentation Editor von OfficeSuite funktioniert perfekt,
ist aber Microsofts PowerPoint-App aus den gleichen Gründen wie oben erwähnt unterlegen.

Der Presentation Editor von OfficeSuite für Android-Smartphone und -Tablet.

Fazit: Das Feld lichtet sich
Zusammengefasst eignet sich die mobile Office-Suite von Google am besten für Business-Nutzer,
die relativ geringe Ansprüche haben, für die aber Zusammenarbeit, gemeinsame Nutzung
und Interaktion wichtig sind. (Im weiteren Sinne macht die Lösung auch Sinn für alle,
die bereits in das Google-Ökosystem investiert haben.) Während Google Docs, Tabellen
und Präsentationen nicht über die robusten Funktionen oder die narrensichere Dateitreue
wie Microsofts Office-Anwendungen verfügen, sind sie für viele Anwender leistungsfähig
genug – und ihre Vorteile in den vorgenannten Bereichen sind nicht von der Hand zu
weisen.

Bewertung

Funktionalität (50%)

Usability (25%)

Interoperabilität (25%)

Gesamtwertung (100%)

Google Docs, Tabellen, Präsentationen

7

8

6

7,0

Microsoft Word, Excel, PowerPoint

9

9

10

9,3

MobiSystems OfficeSuite

8

4

7

6,8

Die Produkte von Microsoft ergeben jedoch in Gänze eindeutig die beste Office-Suite
für die meisten Business-Nutzer – vor allem für diejenigen, die alle Funktionen der
Desktop-Version auch mobil benötigen und auf eine garantiert einwandfreie Dateitreue
angewiesen sind. Microsofts Suite hat sich zu einem echten Kraftpaket entwickelt –
eine eierlegende Wollmilchsau, die reichlich Funktionalität bietet, ohne überkompliziert
zu sein. Die Tatsache, dass die Android-Anwendungen Nutzern der Desktop-Version sofort
vertraut sein werden ist ein weiterer Vorteil für Unternehmen, die bereits Office
auf anderen Plattformen einsetzen.
Das schafft ein echtes Problem für MobiSystems. Lange Zeit war ihre App die beste
Wahl für Android-Nutzer, die eine voll ausgestattete mobile Office-Lösung benötigten.
Aber nachdem Microsoft jetzt auch im Android-Bereich Ernst macht, ist es schwer einen
Grund zu entdecken, warum man statt den originären Office-Produkten die OfficeSuite
wählen sollte.
Sicher, die OfficeSuite ist ein wenig preiswerter – aber wenn Sie ein großes oder
sogar mittelständisches Unternehmen sind, haben Sie wahrscheinlich bereits ein Office365-Abonnement.
Und für kleine Unternehmen oder einzelne Nutzer reicht möglicherweise bereits die
kostenlose Version für unterwegs aus, genauso wie Googles einfacheres und stärker
Cloud-basiertes Äquivalent.
Unter dem Strich ist aus dem Vergleich der Office-Suites für Android ein Duell zwischen
Microsoft und Google geworden und es ist nicht schwer zu sagen, welcher Ansatz mehr
Sinn für Sie macht.
Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag der US-Schwesterpublikation Infoworld. 

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