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Hacker-Hall of Shame: Die dümmsten Hacker der IT-Geschichte

Autor(en): JR Raphael

Droh-Tweets, provokante Bilder und iPad-Spam-Chats: wir zeigen Ihnen dumme Hacker-Streiche,
die richtig schief gegangen sind und mit enormen Strafen quittiert wurden.

Hacker-Hall of Shame
Foto: r.classen – shutterstock.com

Auch Hacker sind nur Menschen. Und machen bei ihren Online-Attacken mitunter haarsträubende
Fehler, die die Strafverfolgungsbehörden geradewegs auf ihre Spur führen. Unsere Schwesterpublikation
PC World stellt fünf Hacker vor, die dümmer waren, als die Polizei erlaubt. In der
Galerie über diesem Text-Absatz finden Sie jedoch eine ganz andere Liga von Hackern
– diese gefährlichen Cyber-Kriminellen haben teilweise sehr viel Geld mit ihren Machenschaften
verdient. Und werden dafür nicht selten vom FBI gejagt. So hat das FBI sogar ein Kopfgeld
von 3 Millionen Dollar auf einen von ihnen ausgesetzt… Von so einem Kopfgeld können
die folgenden Kandidaten freilich nur träumen.

Hacker-Pleite Nummer 1: Hacker tweetet seinen Einbruch beim FBI

Der Hacker: Scott Arciszewski

Das Vergehen: Hacken einer FBI-nahen Webseite

Anklageschrift: Arciszewski wird beschuldigt, sich in die Webseite von InfraGard eingehackt
zu haben – ein Programm des FBI, das sich auf die Prävention von Cyber-Kriminalität
spezialisiert hat. Mit anderen Worten: gäbe es eine Liste der “Webseiten, mit denen
man sich nicht anlegen sollte”, dann würde InfraGard mit Abstand den ersten Platz
belegen.

Aller Vernunft zum Trotz entschied sich also ein Hacker, InfraGard zu infiltrieren.
Womöglich auch, weil etlichen Leuten die Verbindung der Firma zur US-Regierung gegen
den Strich ging. Im Juni diesen Jahres bekannte sich etwa die berühmt-berüchtigte
Hacker-Vereinigung LulzSec dazu, eine Seite der Organisation lahmgelegt zu haben .
Grund dafür sei die aktuelle Gesetzesgrundlage zur Cyber-Kriminalität. Der Vorfall,
der die Behörden aber zu Arciszewski führte, ereignete sich einen knappen Monat später,
im Juli 2011. Arciszewski, ein 21-jähriger Student mit dem Hauptfach Computertechnik
an der Universität von Zentral-Florida, brach in InfraGards Webseite von Tampa Bay
ein, lud einige Dateien hoch und twitterte anschließend einen Link zu seinem fertigen
Werk mit den Worten “Infragard Tampa hat ein verdammtes Problem”. Mehr als genug,
um das FBI direkt auf die Hacker-Fährte zu leiten.

Einige FBI-Agenten machten sich nur kurze Zeit später daran, den Hacker zu finden,
der ein Loch in ihren Sicherheitszaun gerissen hatte. Ein Kinderspiel für die Beamten,
denn diversen Berichten zufolge twitterte Arciszweski seinen Spott-Tweet noch mehrmals
– unter anderem an die offizielle Pressestelle des FBIs – autsch! Die IP-Adresse,
über die der Hacker den Hack ausführte, konnte schon bald mit der des großmäuligen
Twitterers abgeglichen werden. Von Arciszewskis Twitter-Account konnte seine persönliche
Webseite ausfindig gemacht werden. Und schon lange zuvor fand man seinen echten Namen
heraus, überprüfte diverse Fotos und tauchte anschließend mit einem Haftbefehl in
seinem Zimmer im Wohnheim der Universität von Zentral-Kalifornien auf.

Hacker-Pleite Nummer 2: Brisante Miley-Cyrus-Bilder

Der Hacker: Josh Holly

Das Vergehen: Hacken der Internet-Auftritte diverser Stars und Sternchen zur Verbreitung
von Spam und zum Stehlen von Kreditkarteninformationen

Anklageschrift: Josh Holly wird beschuldigt, den Internet-Auftritt von Miley Cyrus,
bekannt durch ihre Rolle als Teenie-Star Hannah Montana, gehackt zu haben, um provokante
Bilder von ihr online zu stellen. Derzeit sitzt der Hacker diverse Haftstrafen ab
– überraschenderweise aber nicht in erster Linie dafür, dass er einigermaßen freizügige
Bilder der damals 15 Jahre jungen Sängerin der Öffentlichkeit präsentierte.

Hollys Verurteilung erfolgte hauptsächlich wegen einer Serie von Kreditkarten-Diebstählen.
Im August 2011 wurde der Hacker für den Besitz von über 200 kompromittierten Kreditkartennummern
schuldig gesprochen. Nach Angaben des FBI hackte sich Holly in die MySpace-Accounts
verschiedener Stars ein und nutzte dann ihre Konten, um mit schmutzigen Mitteln insgesamt
100.000 US-Dollar von den Fans und Followern der Seiten zu ergattern.

Aber wo genau kommt jetzt die junge Miss Cyrus ins Spiel? Holly brüstete sich öffentlich
damit, das private Mail-Konto von Miley Cyrus gehackt und ihre privaten, freizügigen
Fotos gestohlen zu haben. Diese verbreiteten sich natürlich in Windeseile über das
gesamte Internet. In einem Gespräch mit der amerikanischen Technik-Zeitschrift Wired
erklärte der Hacker, er habe sich zunächst in einen Admin-Panel von MySpace gehackt
und dort ein einfaches Textdokument mit Passwörter vorgefunden. Als nächsten Schritt
probierte er Mileys MySpace-Passwort bei einem Googlemail-Konto, das sie benutzte,
und siehe da – es funktionierte.

Auch, wenn Holly niemals speziell für den Miley-Vorfall belangt wurde, war er es doch,
der die Behörden erst auf seine Fährte lockte. Das FBI folgte den virtuellen Brotkrumen,
die der Hacker hinterließ und stürmte wenig später sein Haus in Tennessee. Sie beschlagnahmten
seinen Computer und fanden darauf die nötigen Hinweise. Den Hacker erwartet eine mögliche
Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren sowie eine Geldstrafe in Höhe von umgerechnet
etwa 200.000 Euro.

Auf der folgenden Seite finden Sie weitere Hacker-Pleiten und eine Übersicht über
die Hacker, die es richtig gemacht haben.

Amateur-Hacker am Werk

Hacker-Pleite Nummer 3: Spieler mit Ambitionen

Der Hacker: ein ungenannter 17-Jähriger aus Manchester, England

Das Verbrechen: Starten einer DDoS-Attacke auf die “Call of Duty”-Webseite

Anklageschrift: Der britische Teenager wird beschuldigt, ein Tool namens Phenom Booter
benutzt zu haben, um eine DDoS-Attacke auf die Server zu starten, die das beliebte
Videospiel “Call of Duty” hosten. Nach Angaben von U.K. media reports war es das Ziel
des Hackers, andere Spieler davon abzuhalten, sich einzuloggen und die Spielfigur
des 17-Jährigen zu töten. Oder anders ausgedrückt: er wollte unbedingt dauerhaft den
ersten Platz der Highscore-Tabelle belegen. Der Plan ging auf – es kostete das “Call
of Duty”-Team Stunden, die Seite wieder zum Laufen zu kriegen. In der Zwischenzeit
waren unzählige Spieler nicht in der Lage, ihr Spiel online zu spielen.

Der Junior-Hacker beließ es allerdings nicht bei einer einzigen Attacke. Ermittler
sagten, er habe bereits nach anderen potenziellen Hackern gesucht und wollte ihnen
sein Highscore-Geheimnis gegen Bares verkaufen. Die Polizei hatte den Wohnort des
Teenagers schon bald ausfindig gemacht – denn während Profi-Hacker oft Proxys und
Umleitungsdienste nutzen, um ihren Aufenthaltsort zu verschleiern, tat der Amateur-Hacker
nichts dergleichen, um sich zu verstecken.

Hacker-Pleite Nummer 4: Leg dich nicht mit Paypal an

Die Hacker: Christopher Cooper, Joshua Covelli, Keith Downey, Mercedes Haefer, Donald Husband,
Vincent Kershaw, Ethan Miles, James Murphy, Drew Phillips, Jeffrey Puglisi, Daniel
Sullivan, Tracey Valenzuela, Christopher Vo
und ein ungenannter Mittäter

Das Verbrechen: Ausführen einer DDoS-Attacke gegen Paypal

Anklageschrift: Als eine Handvoll Finanzunternehmen im vergangenen Dezember bekannt
gaben, keine Spendenzahlungen mehr an WikiLeaks auszuführen, spielte das Internet
zeitweise verrückt. Hacker der Anonymous-Gruppierung griffen zu ihren virtuellen Waffen
und kündigten vollmundig an, jeden außer Kraft zu setzen, der sich dem sogenannten
“Regierungsdruck” beugen und seine Unterstützung von WikiLeaks beenden würde. Für
den Online-Bezahldienst Paypal bedeutete das ein ordentliches Traffic-Desaster. Hacker
aus dem ganzen Land starteten eine DDoS-Attacke gegen die Webseite mit einem Tool
namens “Low Orbit Ion Cannon” und sendeten damit massive Mengen von Daten an Paypal.
Das erklärte Ziel: die Firma mit Daten quasi zu erschlagen und den Dienst so zum Erliegen
zu bringen.

Die “Low Orbit Ion Cannon” klingt zwar beeindruckend, in Wahrheit leistete das Tool
aber einen lausigen Job darin, die Aufenthaltsorte der Hacker zu verschleiern. Paypal
war so in der Lage, die IP-Adressen diverser Hacker in ihren Server-Logs ausfindig
zu machen und stellte diese Daten den Behörden zur Verfügung, die die Verdächtigen
schnell ausfindig machten. Nur wenig später stürmten FBI-Agenten die Wohnhäuser der
ersten Hacker und nahmen die Verdächtigen fest. Jeder der Angeklagten wird beschuldigt,
bewussten Schaden an geschützten Computer-Systemen angerichtet zu haben – eine Anklage,
die mit bis zu 15 Jahren Haft und bis zu 680.000 Euro Geldstrafe quittiert werden
kann.

Hacker-Pleite Nummer 5: Plaudern über iPad-Hacks

Die Hacker: Andrew Aurenheimer und Daniel Spitler

Das Verbrechen: Hacken der AT&T-Datenbank und Freigeben der E-Mail-Adressen von tausenden
iPad-Nutzern

Anklageschrift: Aurenheimer und Spitler entdeckten ein öffentliches Skript auf der
Webseite von AT&T, in das man eine ICCID-Nummer einfügen konnte – einen einzigartigen
Identifizierer, der der SIM-Karte eines jeden iPads zugeordnet wird. So konnten sie
die E-Mail-Adresse desjenigen Nutzers herausfinden, dem das entsprechende Gerät gehört.
Die beiden Hacker, die als “Goatse Security” agierten, entwickelten daraufhin ihr
eigenes Skript, bekannt als der “iPad 3G Account Slurper”. Das Skript probiert wahllos
zufällig generierte ID-Nummern aus. Jedes Mal, wenn es bei seinen Zufallszahlen über
eine tatsächlich existierende ID stolpert, ruft es gleich die dazugehörige E-Mail-Adresse
ab.

Harmlos? Nicht wirklich: die Hacker sammelten über 100.000 E-Mail-Adressen insgesamt,
darunter auch die von Leuten wie dem New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg, des
ehemaligen Stabschef des Weißen Hauses, Rahm Emanuel, und zahlreicher anderer nationaler
Führungspersönlichkeiten. Natürlich behielten die Hacker hinter “Goatse” diese Informationen
nicht für sich. Die Organisation wird beschuldigt, die Daten sowohl News Corp. als
auch Thomson Reuters angeboten zu haben. Letztlich war es aber die Tageszeitung Gawker,
die einen kleinen Teil der gestohlenen Daten veröffentlichte und sowohl AT&T als auch
Apple in ein peinliches Debakel stürzte.

Als die Daten der Öffentlichkeit preisgegeben wurden, wurde der Druck immer stärker,
die Hacker zu finden. Auch dieses Mal war es erneut die übermütige Redseligkeit der
Drahtzieher, die letztlich zur Aufklärung des Falles beigetragen hat. In ihrer Anklageschrift
gegen Aurenheimer und Spitler zitieren die Staatsanwälte zahlreiche E-Mails und Chat-Protokolle,
in denen die Hacker über den Hack und ihre Verstrickung darin diskutieren.

Soviel zu den Hacker-Fails. In der folgenden Galerie finden Sie eine Übersicht über
einige legendäre Hacker.

(PC-Welt)

 Autor(en): JR RaphaelDroh-Tweets, provokante Bilder und iPad-Spam-Chats: wir zeigen Ihnen dumme Hacker-Streiche,
die richtig schief gegangen sind und mit enormen Strafen quittiert wurden.
Hacker-Hall of Shame
Foto: r.classen – shutterstock.com

Auch Hacker sind nur Menschen. Und machen bei ihren Online-Attacken mitunter haarsträubende
Fehler, die die Strafverfolgungsbehörden geradewegs auf ihre Spur führen. Unsere Schwesterpublikation
PC World stellt fünf Hacker vor, die dümmer waren, als die Polizei erlaubt. In der
Galerie über diesem Text-Absatz finden Sie jedoch eine ganz andere Liga von Hackern
– diese gefährlichen Cyber-Kriminellen haben teilweise sehr viel Geld mit ihren Machenschaften
verdient. Und werden dafür nicht selten vom FBI gejagt. So hat das FBI sogar ein Kopfgeld
von 3 Millionen Dollar auf einen von ihnen ausgesetzt… Von so einem Kopfgeld können
die folgenden Kandidaten freilich nur träumen.
Hacker-Pleite Nummer 1: Hacker tweetet seinen Einbruch beim FBI
Der Hacker: Scott Arciszewski
Das Vergehen: Hacken einer FBI-nahen Webseite
Anklageschrift: Arciszewski wird beschuldigt, sich in die Webseite von InfraGard eingehackt
zu haben – ein Programm des FBI, das sich auf die Prävention von Cyber-Kriminalität
spezialisiert hat. Mit anderen Worten: gäbe es eine Liste der “Webseiten, mit denen
man sich nicht anlegen sollte”, dann würde InfraGard mit Abstand den ersten Platz
belegen.
Aller Vernunft zum Trotz entschied sich also ein Hacker, InfraGard zu infiltrieren.
Womöglich auch, weil etlichen Leuten die Verbindung der Firma zur US-Regierung gegen
den Strich ging. Im Juni diesen Jahres bekannte sich etwa die berühmt-berüchtigte
Hacker-Vereinigung LulzSec dazu, eine Seite der Organisation lahmgelegt zu haben .
Grund dafür sei die aktuelle Gesetzesgrundlage zur Cyber-Kriminalität. Der Vorfall,
der die Behörden aber zu Arciszewski führte, ereignete sich einen knappen Monat später,
im Juli 2011. Arciszewski, ein 21-jähriger Student mit dem Hauptfach Computertechnik
an der Universität von Zentral-Florida, brach in InfraGards Webseite von Tampa Bay
ein, lud einige Dateien hoch und twitterte anschließend einen Link zu seinem fertigen
Werk mit den Worten “Infragard Tampa hat ein verdammtes Problem”. Mehr als genug,
um das FBI direkt auf die Hacker-Fährte zu leiten.
Einige FBI-Agenten machten sich nur kurze Zeit später daran, den Hacker zu finden,
der ein Loch in ihren Sicherheitszaun gerissen hatte. Ein Kinderspiel für die Beamten,
denn diversen Berichten zufolge twitterte Arciszweski seinen Spott-Tweet noch mehrmals
– unter anderem an die offizielle Pressestelle des FBIs – autsch! Die IP-Adresse,
über die der Hacker den Hack ausführte, konnte schon bald mit der des großmäuligen
Twitterers abgeglichen werden. Von Arciszewskis Twitter-Account konnte seine persönliche
Webseite ausfindig gemacht werden. Und schon lange zuvor fand man seinen echten Namen
heraus, überprüfte diverse Fotos und tauchte anschließend mit einem Haftbefehl in
seinem Zimmer im Wohnheim der Universität von Zentral-Kalifornien auf.
Hacker-Pleite Nummer 2: Brisante Miley-Cyrus-Bilder
Der Hacker: Josh Holly
Das Vergehen: Hacken der Internet-Auftritte diverser Stars und Sternchen zur Verbreitung
von Spam und zum Stehlen von Kreditkarteninformationen
Anklageschrift: Josh Holly wird beschuldigt, den Internet-Auftritt von Miley Cyrus,
bekannt durch ihre Rolle als Teenie-Star Hannah Montana, gehackt zu haben, um provokante
Bilder von ihr online zu stellen. Derzeit sitzt der Hacker diverse Haftstrafen ab
– überraschenderweise aber nicht in erster Linie dafür, dass er einigermaßen freizügige
Bilder der damals 15 Jahre jungen Sängerin der Öffentlichkeit präsentierte.
Hollys Verurteilung erfolgte hauptsächlich wegen einer Serie von Kreditkarten-Diebstählen.
Im August 2011 wurde der Hacker für den Besitz von über 200 kompromittierten Kreditkartennummern
schuldig gesprochen. Nach Angaben des FBI hackte sich Holly in die MySpace-Accounts
verschiedener Stars ein und nutzte dann ihre Konten, um mit schmutzigen Mitteln insgesamt
100.000 US-Dollar von den Fans und Followern der Seiten zu ergattern.
Aber wo genau kommt jetzt die junge Miss Cyrus ins Spiel? Holly brüstete sich öffentlich
damit, das private Mail-Konto von Miley Cyrus gehackt und ihre privaten, freizügigen
Fotos gestohlen zu haben. Diese verbreiteten sich natürlich in Windeseile über das
gesamte Internet. In einem Gespräch mit der amerikanischen Technik-Zeitschrift Wired
erklärte der Hacker, er habe sich zunächst in einen Admin-Panel von MySpace gehackt
und dort ein einfaches Textdokument mit Passwörter vorgefunden. Als nächsten Schritt
probierte er Mileys MySpace-Passwort bei einem Googlemail-Konto, das sie benutzte,
und siehe da – es funktionierte.
Auch, wenn Holly niemals speziell für den Miley-Vorfall belangt wurde, war er es doch,
der die Behörden erst auf seine Fährte lockte. Das FBI folgte den virtuellen Brotkrumen,
die der Hacker hinterließ und stürmte wenig später sein Haus in Tennessee. Sie beschlagnahmten
seinen Computer und fanden darauf die nötigen Hinweise. Den Hacker erwartet eine mögliche
Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren sowie eine Geldstrafe in Höhe von umgerechnet
etwa 200.000 Euro.
Auf der folgenden Seite finden Sie weitere Hacker-Pleiten und eine Übersicht über
die Hacker, die es richtig gemacht haben.
Amateur-Hacker am Werk
Hacker-Pleite Nummer 3: Spieler mit Ambitionen
Der Hacker: ein ungenannter 17-Jähriger aus Manchester, England
Das Verbrechen: Starten einer DDoS-Attacke auf die “Call of Duty”-Webseite
Anklageschrift: Der britische Teenager wird beschuldigt, ein Tool namens Phenom Booter
benutzt zu haben, um eine DDoS-Attacke auf die Server zu starten, die das beliebte
Videospiel “Call of Duty” hosten. Nach Angaben von U.K. media reports war es das Ziel
des Hackers, andere Spieler davon abzuhalten, sich einzuloggen und die Spielfigur
des 17-Jährigen zu töten. Oder anders ausgedrückt: er wollte unbedingt dauerhaft den
ersten Platz der Highscore-Tabelle belegen. Der Plan ging auf – es kostete das “Call
of Duty”-Team Stunden, die Seite wieder zum Laufen zu kriegen. In der Zwischenzeit
waren unzählige Spieler nicht in der Lage, ihr Spiel online zu spielen.
Der Junior-Hacker beließ es allerdings nicht bei einer einzigen Attacke. Ermittler
sagten, er habe bereits nach anderen potenziellen Hackern gesucht und wollte ihnen
sein Highscore-Geheimnis gegen Bares verkaufen. Die Polizei hatte den Wohnort des
Teenagers schon bald ausfindig gemacht – denn während Profi-Hacker oft Proxys und
Umleitungsdienste nutzen, um ihren Aufenthaltsort zu verschleiern, tat der Amateur-Hacker
nichts dergleichen, um sich zu verstecken.
Hacker-Pleite Nummer 4: Leg dich nicht mit Paypal an
Die Hacker: Christopher Cooper, Joshua Covelli, Keith Downey, Mercedes Haefer, Donald Husband,
Vincent Kershaw, Ethan Miles, James Murphy, Drew Phillips, Jeffrey Puglisi, Daniel
Sullivan, Tracey Valenzuela, Christopher Vo und ein ungenannter Mittäter
Das Verbrechen: Ausführen einer DDoS-Attacke gegen Paypal
Anklageschrift: Als eine Handvoll Finanzunternehmen im vergangenen Dezember bekannt
gaben, keine Spendenzahlungen mehr an WikiLeaks auszuführen, spielte das Internet
zeitweise verrückt. Hacker der Anonymous-Gruppierung griffen zu ihren virtuellen Waffen
und kündigten vollmundig an, jeden außer Kraft zu setzen, der sich dem sogenannten
“Regierungsdruck” beugen und seine Unterstützung von WikiLeaks beenden würde. Für
den Online-Bezahldienst Paypal bedeutete das ein ordentliches Traffic-Desaster. Hacker
aus dem ganzen Land starteten eine DDoS-Attacke gegen die Webseite mit einem Tool
namens “Low Orbit Ion Cannon” und sendeten damit massive Mengen von Daten an Paypal.
Das erklärte Ziel: die Firma mit Daten quasi zu erschlagen und den Dienst so zum Erliegen
zu bringen.
Die “Low Orbit Ion Cannon” klingt zwar beeindruckend, in Wahrheit leistete das Tool
aber einen lausigen Job darin, die Aufenthaltsorte der Hacker zu verschleiern. Paypal
war so in der Lage, die IP-Adressen diverser Hacker in ihren Server-Logs ausfindig
zu machen und stellte diese Daten den Behörden zur Verfügung, die die Verdächtigen
schnell ausfindig machten. Nur wenig später stürmten FBI-Agenten die Wohnhäuser der
ersten Hacker und nahmen die Verdächtigen fest. Jeder der Angeklagten wird beschuldigt,
bewussten Schaden an geschützten Computer-Systemen angerichtet zu haben – eine Anklage,
die mit bis zu 15 Jahren Haft und bis zu 680.000 Euro Geldstrafe quittiert werden
kann.
Hacker-Pleite Nummer 5: Plaudern über iPad-Hacks
Die Hacker: Andrew Aurenheimer und Daniel Spitler
Das Verbrechen: Hacken der AT&T-Datenbank und Freigeben der E-Mail-Adressen von tausenden
iPad-Nutzern
Anklageschrift: Aurenheimer und Spitler entdeckten ein öffentliches Skript auf der
Webseite von AT&T, in das man eine ICCID-Nummer einfügen konnte – einen einzigartigen
Identifizierer, der der SIM-Karte eines jeden iPads zugeordnet wird. So konnten sie
die E-Mail-Adresse desjenigen Nutzers herausfinden, dem das entsprechende Gerät gehört.
Die beiden Hacker, die als “Goatse Security” agierten, entwickelten daraufhin ihr
eigenes Skript, bekannt als der “iPad 3G Account Slurper”. Das Skript probiert wahllos
zufällig generierte ID-Nummern aus. Jedes Mal, wenn es bei seinen Zufallszahlen über
eine tatsächlich existierende ID stolpert, ruft es gleich die dazugehörige E-Mail-Adresse
ab.
Harmlos? Nicht wirklich: die Hacker sammelten über 100.000 E-Mail-Adressen insgesamt,
darunter auch die von Leuten wie dem New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg, des
ehemaligen Stabschef des Weißen Hauses, Rahm Emanuel, und zahlreicher anderer nationaler
Führungspersönlichkeiten. Natürlich behielten die Hacker hinter “Goatse” diese Informationen
nicht für sich. Die Organisation wird beschuldigt, die Daten sowohl News Corp. als
auch Thomson Reuters angeboten zu haben. Letztlich war es aber die Tageszeitung Gawker,
die einen kleinen Teil der gestohlenen Daten veröffentlichte und sowohl AT&T als auch
Apple in ein peinliches Debakel stürzte.
Als die Daten der Öffentlichkeit preisgegeben wurden, wurde der Druck immer stärker,
die Hacker zu finden. Auch dieses Mal war es erneut die übermütige Redseligkeit der
Drahtzieher, die letztlich zur Aufklärung des Falles beigetragen hat. In ihrer Anklageschrift
gegen Aurenheimer und Spitler zitieren die Staatsanwälte zahlreiche E-Mails und Chat-Protokolle,
in denen die Hacker über den Hack und ihre Verstrickung darin diskutieren.
Soviel zu den Hacker-Fails. In der folgenden Galerie finden Sie eine Übersicht über
einige legendäre Hacker.

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