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Tipps und Tricks: 9 Android-Bedienhilfen für mehr Produktivität

Autor(en): JR Raphael, Manfred Bremmer

Unter den Bedienhilfen von Android sind einige leistungsstarke Produktivitäts-Tools
versteckt, die jedes Smartphone-Setup aufwerten können.

Einige Bedienungshilfen von Android helfen auch allgemein dabei, die Nutzung deutlich
zu verbessern.
Foto: ViDI Studio – shutterstock.com

Wenn es um die Barrierefreiheit von Smartphones und Tablets geht, leisten Apple, Google und ihre Ökosysteme Beachtliches. Sie haben das Potenzial, das Leben von Menschen
mit eingeschränktem Hör- oder Sehvermögen geradezu verändern – und sind damit im Großen
und Ganzen insgesamt viel wichtiger als jede beliebige Smartphone-Funktion, mit der
wir unser Leben organisieren oder uns hier und da ein paar Sekunden sparen.

Diese beiden Bereiche müssen sich jedoch nicht gegenseitig ausschließen. Einige der
interessantesten Zugänglichkeitsoptionen von Android sind so konzipiert, dass sie
sowohl der Barrierefreiheit dienen als auch für weitaus banalere Produktivitätssteigerungen
genutzt werden können. Hier ein paar Beispiele:

* In dem Artikel werden die Begriffe und Menüpfade für die Funktionen verwendet, wie
sie bei einem Google Pixel 7 mit Android 13 zu finden sind. Auf Android-Geräten von
anderen Herstellern wie beispielsweise Samsung werden die Funktionen teilweise anders
bezeichnet und müssen anders angesteuert werden.

Feature Nummer 1: Erweiterte Sprachsteuerung

Android Voice Access ist mächtiger als man annimmt.
Foto: Google

Android verfügt schon seit langem über leistungsstarke Systeme zur Steuerung des Smartphone
per Sprache. Ein barrierefreier Dienst geht noch weiter und ermöglicht es Ihnen, nahezu
alles auf Ihrem Gerät über Sprachbefehle zu steuern. Es handelt sich dabei um die
Funktion Voice Access, die bei neueren Android-Versionen direkt im Betriebssystem
integriert ist. Bei einem älteren Device müssen Sie die entsprechende App möglicherweise erst aus dem Google Play Store herunterladen und öffnen.

In jedem Fall sollten Sie die Voice Access-Einstellungen aufrufen können, indem Sie
in den Systemeinstellungen Ihres Telefons nach dem Begriff Voice Access suchen.

Wenn Sie die App zum ersten Mal starten, führt Sie das System durch einige kurze Einrichtungsschritte.
Sie erteilen die erforderlichen Berechtigungen, aktivieren einige Einstellungen, um
sicherzustellen, dass alles so funktioniert, wie es sollte, und so weiter.

Es empfiehlt sich dabei, die Option “Mithörtaste” deaktiviert zu lassen und sich entweder
auf die ständige Benachrichtigung zu verlassen oder – noch besser – einfach “Hey Google, starte Voice Access” zu sagen, um die Funktion zu starten.

Ist Voice Access einmal aktiviert, können Sie damit fast jede Aktion auf dem Smartphone
per Sprachbefehl starten, also etwa

eine Entsperr-PIN eingeben

eine App öffnen

Nach oben/unten scrollen oder blättern

Ganz nach oben/unten gehen

Zum Startbildschirm zurückkehren

Benachrichtigungen anzeigen

Schnelleinstellungen anzeigen oder

Lauter, leiser oder stumm schalten. Sie können Voice Access auch anweisen, einen beliebigen
Text, den Sie diktieren, einzugeben und dann erweiterte Bearbeitungsbefehle verwenden,
z. B:
– Rückgängig machen
– Wiederholen
– Einfügen eines Satzes vor (oder nach oder zwischen) einem anderen Satz
– Ersetzen eines Wortes oder Satzes durch ein anderes Wort oder einen anderen Satz
– Großschreibung (oder Kleinschreibung) eines Wortes
– Einen bestimmten Text (oder den gesamten Text) auswählen
– Löschen
– von einem bestimmten Wort bis zu einem anderen bestimmten Wort löschen
– Die nächsten 10 (oder beliebig viele) Sätze löschen

Die Liste der Möglichkeiten ist endlos, eine Übersicht von Google finden Sie hier.

Feature Nummer 2: Futuristische Gesichtsgesten

Das nächste Android-Feature zur Barrierefreiheit ist fast schon unheimlich futuristisch.
Es handelt sich um eine Option, mit der Sie Ihr Handy buchstäblich mit Ihrem Gesicht
steuern können. So kann beispielsweise ein Blick nach links die typische Zurück-Geste
auf Systemebene ersetzen. Ein Blick nach oben öffnet Ihre Benachrichtigungen . Und
ein zaghaftes Heben der Augenbrauen könnte Sie zurück zum Startbildschirm bringen.

Aber es geht noch mehr: Sie können Ihrem Android-Smartphone sogar beibringen, die
Schnelleinstellungen zu öffnen, wenn Sie den Mund öffnen, oder mit einem Grinsen auf
die Übersichtsseite zurückkehren. Das Ganze funktioniert erstaunlich gut, vorausgesetzt,
Sie haben ein Smartphone mit Android 12 oder höher.

Zur Einrichtung der Funktion suchen Sie in den Systemeinstellungen nach dem – im Deutschen
etwas sperrigen Begriff “Schalterzugriff”. Dort schalten Sie den Kippschalter neben
“Switch Access” ein und folgen der Aufforderung, dem System “die vollständige Kontrolle
über das Gerät zu geben”. Keine Angst – es handelt sich um einen von Google entwickelten
Dienst auf Systemebene, so dass Sie tatsächlich keinem Dritten Zugriff gewähren. Außerdem
ist die Abfrage nur eine Formalität, die immer dann erscheint, wenn diese Art von
Zugriff benötigt wird.

Als Nächstes tippen Sie auf “Einstellungen” und wählen dann als Schaltertyp den “Kameraschalter”
aus.

Schauen Sie sich nun alle verfügbaren Optionen für Gesichtsgesten an und tippen Sie
auf jede einzelne, um zu sehen, wie sie funktioniert und was Sie damit machene können.
Das Setup ist etwas kompliziert. Am einfachsten ist es, einige der Gesten so einzustellen,
dass sie die grundlegende Systemnavigation steuern – also Befehle, wie einen Schritt
zurückgehen, zum Startbildschirm zurückkehren, die Systemübersicht öffnen und vielleicht
auch die Benachrichtigungen und/oder den Bereich für Schnelleinstellungen öffnen.

Es gibt etliche verfügbaren Optionen für Gesichtsgesten.

Praktisch ist es auch, auf der Hauptseite der Einstellungen für den Schalterzugriff
die Option Starten per Kurzbefehl auszuwählen. Damit können Sie das System so einstellen,
dass es aktiv wird und auf Ihre Befehle wartet, wenn Sie beide Lautstärketasten gleichzeitig
gedrückt halten, und dass es sich ausschaltet, wenn Sie die Tasten das nächste Mal
drücken.

Feature Nummer 3: Untertitel auf Abruf

Sicher ist es Ihnen schon einmal passiert, dass Sie in der Öffentlichkeit ein Video
auf dem Smartphone ansehen oder eine Podcast-Episode anhören wollten – aber Ihre Kopfhörer
nicht dabei hatten.

Falls Sie ein Smartphone mit Android 10 oder höher besitzen, hält Ihnen Google hier
den Rücken frei. Eine andere brillante Android-Funktion namens Automatische Untertitel (Live Caption) ermöglicht es Ihnen, eine Echtzeit-Transkription von allem, was in einem beliebigen
Audiostream auf Ihrem Handy gesagt wird, zu sehen, ohne dass Sie die Lautstärke aufgedrehen
müssen.

Die Aktivierung ist ganz einfach: Wenn Sie auf eine der Lautstärketasten drücken,
erscheint am unteren Rand des Lautstärkereglers ein Kästchen mit einem durchgestrichenen
Symbol. Auf manchen Geräten müssen Sie möglicherweise auf ein Menüsymbol mit drei
Punkten innerhalb des Lautstärkeregels tippen, bevor Sie es sehen. Tippen Sie auf
das Kästchen, und schon erhalten Sie die Untertitel für das abgespielte Audiomaterial
auf Abruf.

Feature Nummer 4: Intelligente akustische Benachrichtigungen

Wenn wir schon dabei sind, Audio in Text umzuwandeln, sollten wir auch einen Blick
auf das relativ neue System der Geräuschbenachrichtigungen werfen. Nutzer können sich
mit ihrem Android-Smartphone über wichtige Geräusche in ihrem Zuhause benachrichtigen
lassen, etwa wenn ein Rauchmelder piept oder ein Baby weint.

Die aktuelle Liste der Optionen umfasst:

Rauch- und Feuermelder

Sirenen

Schreie

Babygeschrei

Türklingel

Klopfen

Hundegebell

Signaltöne von Haushaltsgeräten

Laufendes Wasser

Festnetztelefone

Der Vorteil der Barrierefreiheit liegt hier auf der Hand, und zwar für jeden, der
schwerhörig ist. Aber auch sonst kann diese zusätzliche Fähigkeit hilfreich sein,
etwa, wenn Sie Kopfhörer tragen oder anderweitig von der Außenwelt abgeschirmt sind.

Wenn Sie ein Google Pixel Smartphone nutzen, suchen Sie einfach in den Systemeinstellungen
nach “Geräuschbenachrichtigungen” (Sound Notifications), um loszulegen. Auf allen
anderen Android-Geräten müssen Sie die von Google entwickelte App Automatische Transkription (Live Transcribe & Notification) herunterladen, um die gleiche Funktion nutzen zu können. In den Einstellungen können
Sie festlegen, wie Sie benachrichtigt werden wollen: durch Vibrieren, Blinken oder
eine Benachrichtigung auf einer verbundenen Smartwatch.

Feature Nummer 5: Intelligente Tonverstärkung

Wer kennt das nicht: Man sitzt in einem lauten Raum mit vielen Hintergrundgeräuschen
und möchte etwas in der Ferne deutlicher hören – eine wichtige Rede, das Flüstern
am Nebentisch oder vielleicht das leise Zwitschern eines Vogels. Hier kommt der großartige
und oft übersehene Audioverstärker (Sound Amplifier) von Android ins Spiel. Mit dieser
Funktion kann man Hintergrundgeräusche gezielt ausblenden und gleichzeitig den gewünschten
Klang verstärken – und das alles mit einem ganz normalen Smartphone und Kopfhörern.

Wie so oft, ist auch der Audioverstärker auf neueren Pixel-Geräten bereits vorinstalliert
und verfügbar. In diesem Fall suchen Sie einfach in den Systemeinstellungen nach Audioverstärker,
um die Funktion zu finden und zu aktivieren.

Auf allen anderen Geräten können Sie die gleichen Funktionen mit der offiziellen Google Sound Amplifier-App nutzen – vorausgesetzt, auf Ihrem Smartphone läuft Android 8.1 oder höher.

Feature Nummer 6: Ein persönliches Pop-up-Menü

Ein Smartphone mit einer Hand zu bedienen, ist manchmal leichter gesagt als getan
– vor allem, wenn es sich um ein größeres Gerät handelt. Aber halt! Es könnte einen
besseren Weg geben: Android verfügt über eine versteckte Option, mit der Sie ein zusätzliches
Menü am unteren Bildschirmrand erstellen können, das häufig verwendete Befehle an
einer bequemeren Stelle anzeigt.

Einmal eingerichtet, kann das Android Pop-up-Menü überall durch eine einfache Zwei-Finger-Geste
geöffnet werden.

Um es zu aktivieren, gehen Sie in den Bereich “Eingabehilfen” Ihrer Systemeinstellungen
und tippen Sie auf die Zeile “Menü für Bedienungshilfen”. Aktivieren Sie auf dem nächsten
Bildschirm, der sich öffnet, die Umschaltfunktion. Anschließend können Sie Ihr neues
On-Demand-Menü durch eine Zwei-Finger-Geste öffnen. Zu den Optionen des Menüs gehören
das Aufrufen des Einschaltmenüs Ihres Telefons, das Aufnehmen eines Screenshots mit
einem schnellen Tippen und sogar das Sperren Ihres Geräts im Handumdrehen.

Feature Nummer 7: Schnellers Auflegen

Haben Sie schon einmal einen Anruf beendet, während Sie spazieren gingen oder anderweitig
beschäftigt waren? Falls Sie sich eine einfachere Möglichkeit wünschen, die Verbindung
zu beenden, ohne auf dem Bildschirm herumfummeln zu müssen, könnte diese Android-Barrierefreiheitsfunktion
genau das Richtige für Sie sein.

Öffnen Sie dazu Ihre Systemeinstellungen und suchen Sie nach “Systemsteuerelemente”.
Tippen Sie auf die Zeile “Ein/Aus-Taste beendet Anruf”, aktivieren Sie sie über den
Schalter und fertig:

Sie können jetzt jederzeit die physische Einschalttaste Ihres Telefons drücken, um
einen laufenden Anruf zu beenden. Einfacher geht’s nicht mehr.

Feature Nummer 8: Größerer Text für müde Augen

Android verfügt über einige integrierte Optionen, um Ihren Augen eine Pause zu gönnen,
die alle im Abschnitt “Bedienungshilfen” Ihrer Systemeinstellungen versteckt sind
– angefangen vom Untermenü “Anzeigegröße und Text”:

Die Schriftgröße passt den Haupttext auf Ihrem Bildschirm (in Apps und sogar auf der Android-Benutzeroberfläche)
an, um ihn größer zu machen – oder auch kleiner, wenn Sie das aus irgendeinem Grund
wünschen.

Mit der Anzeigegröße wird die tatsächliche Skalierung Ihres Handys geändert, um alles größer zu machen.

Die Funktion fette Schriftart macht genau das, was man erwarten würde, nämlich den gesamten Text auf dem Smartphone
zu fetten und damit besser lesbar zu machen.

Unabhängig davon enthält die Android-Suite für Barrierefreiheit eine Vergrößerungsoption,
mit der Sie bei Bedarf bestimmte Bereiche Ihres Bildschirms vergrößern können – so
als würden Sie durch eine Lupe schauen. Wenn Sie die Optionen für diese Einstellung
genauer anschauen, finden Sie die Möglichkeit, die Lupe durhc dreimaliges Tippen auf
den Bildschirm ein- und auszuschalten, was wirklich der einfachste und effektivste
Weg ist, dies zu tun.

Feature Nummer 9: Der Turbo

Geschwindigkeitsfanatiker aufgepasst: Sie können jedes Android-Gerät in den Turbo-Modus
versetzen, indem Sie in den Bedienhilfen die Funktion “Animationen entfernen” aktivieren.
Der Name sagt eigentlich schon alles – die Funktion deaktiviert alle Animationen auf
der gesamten Android-Benutzeroberfläche und das, ohne dass man sich durch die Android-Entwicklereinstellungen
durchhangeln muss.

Das Ganze klingt etwas seltsam, aber probieren Sie es aus: Ohne all diese Übergänge
– das Gleiten von einem Bildschirm zum anderen, das Überblenden von einem Element
zum nächsten und so weiter – hat man das Gefühl, mit Lichtgeschwindigkeit durch das
Smartphone zu fliegen.

Man verzichtet damit zwar ein wenig auf das ausgefeilte und kohärente Erscheinungsbild,
das mit den Animationen einhergeht, aber die schnelle Bedienung, die man dafür erhält,
ist diesen Kompromiss vielleicht wert – zumindest manchmal.

Und das Beste daran? Wenn Sie irgendwann feststellen, dass Ihnen die Funktion nicht
zusagt, können Sie sie mit einem Knopfdruck wieder ausschalten und alles ist wieder
so, wie es vorher war.

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag der US-Schwesterpublikation Computerworld.

 Autor(en): JR Raphael, Manfred BremmerUnter den Bedienhilfen von Android sind einige leistungsstarke Produktivitäts-Tools
versteckt, die jedes Smartphone-Setup aufwerten können.
Einige Bedienungshilfen von Android helfen auch allgemein dabei, die Nutzung deutlich
zu verbessern.
Foto: ViDI Studio – shutterstock.com

Wenn es um die Barrierefreiheit von Smartphones und Tablets geht, leisten Apple, Google und ihre Ökosysteme Beachtliches. Sie haben das Potenzial, das Leben von Menschen
mit eingeschränktem Hör- oder Sehvermögen geradezu verändern – und sind damit im Großen
und Ganzen insgesamt viel wichtiger als jede beliebige Smartphone-Funktion, mit der
wir unser Leben organisieren oder uns hier und da ein paar Sekunden sparen.
Diese beiden Bereiche müssen sich jedoch nicht gegenseitig ausschließen. Einige der
interessantesten Zugänglichkeitsoptionen von Android sind so konzipiert, dass sie
sowohl der Barrierefreiheit dienen als auch für weitaus banalere Produktivitätssteigerungen
genutzt werden können. Hier ein paar Beispiele:
* In dem Artikel werden die Begriffe und Menüpfade für die Funktionen verwendet, wie
sie bei einem Google Pixel 7 mit Android 13 zu finden sind. Auf Android-Geräten von
anderen Herstellern wie beispielsweise Samsung werden die Funktionen teilweise anders
bezeichnet und müssen anders angesteuert werden.
Feature Nummer 1: Erweiterte Sprachsteuerung

Android Voice Access ist mächtiger als man annimmt.
Foto: Google

Android verfügt schon seit langem über leistungsstarke Systeme zur Steuerung des Smartphone
per Sprache. Ein barrierefreier Dienst geht noch weiter und ermöglicht es Ihnen, nahezu
alles auf Ihrem Gerät über Sprachbefehle zu steuern. Es handelt sich dabei um die
Funktion Voice Access, die bei neueren Android-Versionen direkt im Betriebssystem
integriert ist. Bei einem älteren Device müssen Sie die entsprechende App möglicherweise erst aus dem Google Play Store herunterladen und öffnen.
In jedem Fall sollten Sie die Voice Access-Einstellungen aufrufen können, indem Sie
in den Systemeinstellungen Ihres Telefons nach dem Begriff Voice Access suchen.
Wenn Sie die App zum ersten Mal starten, führt Sie das System durch einige kurze Einrichtungsschritte.
Sie erteilen die erforderlichen Berechtigungen, aktivieren einige Einstellungen, um
sicherzustellen, dass alles so funktioniert, wie es sollte, und so weiter.
Es empfiehlt sich dabei, die Option “Mithörtaste” deaktiviert zu lassen und sich entweder
auf die ständige Benachrichtigung zu verlassen oder – noch besser – einfach “Hey Google, starte Voice Access” zu sagen, um die Funktion zu starten.
Ist Voice Access einmal aktiviert, können Sie damit fast jede Aktion auf dem Smartphone
per Sprachbefehl starten, also etwa

eine Entsperr-PIN eingeben

eine App öffnen

Nach oben/unten scrollen oder blättern

Ganz nach oben/unten gehen

Zum Startbildschirm zurückkehren

Benachrichtigungen anzeigen

Schnelleinstellungen anzeigen oder

Lauter, leiser oder stumm schalten. Sie können Voice Access auch anweisen, einen beliebigen
Text, den Sie diktieren, einzugeben und dann erweiterte Bearbeitungsbefehle verwenden,
z. B:- Rückgängig machen- Wiederholen- Einfügen eines Satzes vor (oder nach oder zwischen) einem anderen Satz- Ersetzen eines Wortes oder Satzes durch ein anderes Wort oder einen anderen Satz- Großschreibung (oder Kleinschreibung) eines Wortes- Einen bestimmten Text (oder den gesamten Text) auswählen- Löschen- von einem bestimmten Wort bis zu einem anderen bestimmten Wort löschen- Die nächsten 10 (oder beliebig viele) Sätze löschen

Die Liste der Möglichkeiten ist endlos, eine Übersicht von Google finden Sie hier.

Feature Nummer 2: Futuristische Gesichtsgesten
Das nächste Android-Feature zur Barrierefreiheit ist fast schon unheimlich futuristisch.
Es handelt sich um eine Option, mit der Sie Ihr Handy buchstäblich mit Ihrem Gesicht
steuern können. So kann beispielsweise ein Blick nach links die typische Zurück-Geste
auf Systemebene ersetzen. Ein Blick nach oben öffnet Ihre Benachrichtigungen . Und
ein zaghaftes Heben der Augenbrauen könnte Sie zurück zum Startbildschirm bringen.
Aber es geht noch mehr: Sie können Ihrem Android-Smartphone sogar beibringen, die
Schnelleinstellungen zu öffnen, wenn Sie den Mund öffnen, oder mit einem Grinsen auf
die Übersichtsseite zurückkehren. Das Ganze funktioniert erstaunlich gut, vorausgesetzt,
Sie haben ein Smartphone mit Android 12 oder höher.

Zur Einrichtung der Funktion suchen Sie in den Systemeinstellungen nach dem – im Deutschen
etwas sperrigen Begriff “Schalterzugriff”. Dort schalten Sie den Kippschalter neben
“Switch Access” ein und folgen der Aufforderung, dem System “die vollständige Kontrolle
über das Gerät zu geben”. Keine Angst – es handelt sich um einen von Google entwickelten
Dienst auf Systemebene, so dass Sie tatsächlich keinem Dritten Zugriff gewähren. Außerdem
ist die Abfrage nur eine Formalität, die immer dann erscheint, wenn diese Art von
Zugriff benötigt wird.
Als Nächstes tippen Sie auf “Einstellungen” und wählen dann als Schaltertyp den “Kameraschalter”
aus.
Schauen Sie sich nun alle verfügbaren Optionen für Gesichtsgesten an und tippen Sie
auf jede einzelne, um zu sehen, wie sie funktioniert und was Sie damit machene können.
Das Setup ist etwas kompliziert. Am einfachsten ist es, einige der Gesten so einzustellen,
dass sie die grundlegende Systemnavigation steuern – also Befehle, wie einen Schritt
zurückgehen, zum Startbildschirm zurückkehren, die Systemübersicht öffnen und vielleicht
auch die Benachrichtigungen und/oder den Bereich für Schnelleinstellungen öffnen.

Es gibt etliche verfügbaren Optionen für Gesichtsgesten.

Praktisch ist es auch, auf der Hauptseite der Einstellungen für den Schalterzugriff
die Option Starten per Kurzbefehl auszuwählen. Damit können Sie das System so einstellen,
dass es aktiv wird und auf Ihre Befehle wartet, wenn Sie beide Lautstärketasten gleichzeitig
gedrückt halten, und dass es sich ausschaltet, wenn Sie die Tasten das nächste Mal
drücken.
Feature Nummer 3: Untertitel auf Abruf
Sicher ist es Ihnen schon einmal passiert, dass Sie in der Öffentlichkeit ein Video
auf dem Smartphone ansehen oder eine Podcast-Episode anhören wollten – aber Ihre Kopfhörer
nicht dabei hatten.
Falls Sie ein Smartphone mit Android 10 oder höher besitzen, hält Ihnen Google hier
den Rücken frei. Eine andere brillante Android-Funktion namens Automatische Untertitel (Live Caption) ermöglicht es Ihnen, eine Echtzeit-Transkription von allem, was in einem beliebigen
Audiostream auf Ihrem Handy gesagt wird, zu sehen, ohne dass Sie die Lautstärke aufgedrehen
müssen.
Die Aktivierung ist ganz einfach: Wenn Sie auf eine der Lautstärketasten drücken,
erscheint am unteren Rand des Lautstärkereglers ein Kästchen mit einem durchgestrichenen
Symbol. Auf manchen Geräten müssen Sie möglicherweise auf ein Menüsymbol mit drei
Punkten innerhalb des Lautstärkeregels tippen, bevor Sie es sehen. Tippen Sie auf
das Kästchen, und schon erhalten Sie die Untertitel für das abgespielte Audiomaterial
auf Abruf.
Feature Nummer 4: Intelligente akustische Benachrichtigungen
Wenn wir schon dabei sind, Audio in Text umzuwandeln, sollten wir auch einen Blick
auf das relativ neue System der Geräuschbenachrichtigungen werfen. Nutzer können sich
mit ihrem Android-Smartphone über wichtige Geräusche in ihrem Zuhause benachrichtigen
lassen, etwa wenn ein Rauchmelder piept oder ein Baby weint.
Die aktuelle Liste der Optionen umfasst:

Rauch- und Feuermelder

Sirenen

Schreie

Babygeschrei

Türklingel

Klopfen

Hundegebell

Signaltöne von Haushaltsgeräten

Laufendes Wasser

Festnetztelefone

Der Vorteil der Barrierefreiheit liegt hier auf der Hand, und zwar für jeden, der
schwerhörig ist. Aber auch sonst kann diese zusätzliche Fähigkeit hilfreich sein,
etwa, wenn Sie Kopfhörer tragen oder anderweitig von der Außenwelt abgeschirmt sind.

Wenn Sie ein Google Pixel Smartphone nutzen, suchen Sie einfach in den Systemeinstellungen
nach “Geräuschbenachrichtigungen” (Sound Notifications), um loszulegen. Auf allen
anderen Android-Geräten müssen Sie die von Google entwickelte App Automatische Transkription (Live Transcribe & Notification) herunterladen, um die gleiche Funktion nutzen zu können. In den Einstellungen können
Sie festlegen, wie Sie benachrichtigt werden wollen: durch Vibrieren, Blinken oder
eine Benachrichtigung auf einer verbundenen Smartwatch.
Feature Nummer 5: Intelligente Tonverstärkung
Wer kennt das nicht: Man sitzt in einem lauten Raum mit vielen Hintergrundgeräuschen
und möchte etwas in der Ferne deutlicher hören – eine wichtige Rede, das Flüstern
am Nebentisch oder vielleicht das leise Zwitschern eines Vogels. Hier kommt der großartige
und oft übersehene Audioverstärker (Sound Amplifier) von Android ins Spiel. Mit dieser
Funktion kann man Hintergrundgeräusche gezielt ausblenden und gleichzeitig den gewünschten
Klang verstärken – und das alles mit einem ganz normalen Smartphone und Kopfhörern.
Wie so oft, ist auch der Audioverstärker auf neueren Pixel-Geräten bereits vorinstalliert
und verfügbar. In diesem Fall suchen Sie einfach in den Systemeinstellungen nach Audioverstärker,
um die Funktion zu finden und zu aktivieren.
Auf allen anderen Geräten können Sie die gleichen Funktionen mit der offiziellen Google Sound Amplifier-App nutzen – vorausgesetzt, auf Ihrem Smartphone läuft Android 8.1 oder höher.
Feature Nummer 6: Ein persönliches Pop-up-Menü
Ein Smartphone mit einer Hand zu bedienen, ist manchmal leichter gesagt als getan
– vor allem, wenn es sich um ein größeres Gerät handelt. Aber halt! Es könnte einen
besseren Weg geben: Android verfügt über eine versteckte Option, mit der Sie ein zusätzliches
Menü am unteren Bildschirmrand erstellen können, das häufig verwendete Befehle an
einer bequemeren Stelle anzeigt.

Einmal eingerichtet, kann das Android Pop-up-Menü überall durch eine einfache Zwei-Finger-Geste
geöffnet werden.

Um es zu aktivieren, gehen Sie in den Bereich “Eingabehilfen” Ihrer Systemeinstellungen
und tippen Sie auf die Zeile “Menü für Bedienungshilfen”. Aktivieren Sie auf dem nächsten
Bildschirm, der sich öffnet, die Umschaltfunktion. Anschließend können Sie Ihr neues
On-Demand-Menü durch eine Zwei-Finger-Geste öffnen. Zu den Optionen des Menüs gehören
das Aufrufen des Einschaltmenüs Ihres Telefons, das Aufnehmen eines Screenshots mit
einem schnellen Tippen und sogar das Sperren Ihres Geräts im Handumdrehen.
Feature Nummer 7: Schnellers Auflegen
Haben Sie schon einmal einen Anruf beendet, während Sie spazieren gingen oder anderweitig
beschäftigt waren? Falls Sie sich eine einfachere Möglichkeit wünschen, die Verbindung
zu beenden, ohne auf dem Bildschirm herumfummeln zu müssen, könnte diese Android-Barrierefreiheitsfunktion
genau das Richtige für Sie sein.
Öffnen Sie dazu Ihre Systemeinstellungen und suchen Sie nach “Systemsteuerelemente”.
Tippen Sie auf die Zeile “Ein/Aus-Taste beendet Anruf”, aktivieren Sie sie über den
Schalter und fertig:
Sie können jetzt jederzeit die physische Einschalttaste Ihres Telefons drücken, um
einen laufenden Anruf zu beenden. Einfacher geht’s nicht mehr.
Feature Nummer 8: Größerer Text für müde Augen
Android verfügt über einige integrierte Optionen, um Ihren Augen eine Pause zu gönnen,
die alle im Abschnitt “Bedienungshilfen” Ihrer Systemeinstellungen versteckt sind
– angefangen vom Untermenü “Anzeigegröße und Text”:
Die Schriftgröße passt den Haupttext auf Ihrem Bildschirm (in Apps und sogar auf der Android-Benutzeroberfläche)
an, um ihn größer zu machen – oder auch kleiner, wenn Sie das aus irgendeinem Grund
wünschen.
Mit der Anzeigegröße wird die tatsächliche Skalierung Ihres Handys geändert, um alles größer zu machen.
Die Funktion fette Schriftart macht genau das, was man erwarten würde, nämlich den gesamten Text auf dem Smartphone
zu fetten und damit besser lesbar zu machen.
Unabhängig davon enthält die Android-Suite für Barrierefreiheit eine Vergrößerungsoption,
mit der Sie bei Bedarf bestimmte Bereiche Ihres Bildschirms vergrößern können – so
als würden Sie durch eine Lupe schauen. Wenn Sie die Optionen für diese Einstellung
genauer anschauen, finden Sie die Möglichkeit, die Lupe durhc dreimaliges Tippen auf
den Bildschirm ein- und auszuschalten, was wirklich der einfachste und effektivste
Weg ist, dies zu tun.
Feature Nummer 9: Der Turbo
Geschwindigkeitsfanatiker aufgepasst: Sie können jedes Android-Gerät in den Turbo-Modus
versetzen, indem Sie in den Bedienhilfen die Funktion “Animationen entfernen” aktivieren.
Der Name sagt eigentlich schon alles – die Funktion deaktiviert alle Animationen auf
der gesamten Android-Benutzeroberfläche und das, ohne dass man sich durch die Android-Entwicklereinstellungen
durchhangeln muss.
Das Ganze klingt etwas seltsam, aber probieren Sie es aus: Ohne all diese Übergänge
– das Gleiten von einem Bildschirm zum anderen, das Überblenden von einem Element
zum nächsten und so weiter – hat man das Gefühl, mit Lichtgeschwindigkeit durch das
Smartphone zu fliegen.
Man verzichtet damit zwar ein wenig auf das ausgefeilte und kohärente Erscheinungsbild,
das mit den Animationen einhergeht, aber die schnelle Bedienung, die man dafür erhält,
ist diesen Kompromiss vielleicht wert – zumindest manchmal.
Und das Beste daran? Wenn Sie irgendwann feststellen, dass Ihnen die Funktion nicht
zusagt, können Sie sie mit einem Knopfdruck wieder ausschalten und alles ist wieder
so, wie es vorher war.

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag der US-Schwesterpublikation Computerworld. 

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